Conservation and trade of the endangered Hypancistrus zebra (Siluriformes, Loricariidae), the most trafficked Brazilian fish

  • Hi,


    da steht zum Beispiel:

    Zitat

    While field observations revealed a decline in the wild population since 2015, we argue that the decreasing trend in the number of individuals observed is due not only to the local negative impact of Belo Monte dam in some areas, but also to overfishing to fill greater consumer demands for trafficked fish. Prior to the construction of the Belo Monte dam, because of the large seasonal flood pulse (Sabaj-Perez, 2015a), fishing for zebra plecos was limited to approximately 6 months per year coinciding with low water season and in some years during the transition seasons. Therefore, fewer fish were removed from the habitat on a yearly basis. Due to the nearly negated flood pulse following operationalization of the dam resulting in consistently lower water level throughout the dewatered sector of the Volta Grande, access to the H. zebra habitats is now available nearly year-round. The habitat alterations caused by the Belo Monte dam did impact the populations of H. zebra but not sufficiently to cause the extinction of the species. The remaining populations are struggling to find their new equilibrium in the hydrological regime imposed in their habitat range after the operationalization of Belo Monte. The additional fishing pressure on an already vulnerable population could be the final stressor that results in the extinction of H. zebra in the wild. Paradoxically, the aquarists’ attempts to save the species by purchasing wild specimens is what might be leading to its extinction in the wild given the current environmental conditions.

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    Während Feldbeobachtungen seit 2015 einen Rückgang der Wildpopulation zeigten, argumentieren wir, dass der rückläufige Trend bei der Anzahl der beobachteten Individuen nicht nur auf die lokalen negativen Auswirkungen des Belo Monte-Staudamms in einigen Gebieten zurückzuführen ist, sondern auch auf Überfischung, um mehr Verbraucher zu versorgen Forderungen nach Fischhandel. Vor dem Bau des Staudamms Belo Monte war der Fischfang auf Zebra-Plecos aufgrund des großen saisonalen Hochwasserpulses (Sabaj-Perez, 2015a) auf ungefähr 6 Monate pro Jahr begrenzt, was mit der Niedrigwassersaison und in einigen Jahren während der Übergangssaison zusammenfiel . Daher wurden jährlich weniger Fische aus dem Lebensraum entfernt. Aufgrund des nahezu negierten Hochwasserpulses nach der Operationalisierung des Damms, der zu einem konstant niedrigeren Wasserstand im gesamten entwässerten Sektor der Volta Grande führt, ist der Zugang zu den Lebensräumen von H. zebra nun fast das ganze Jahr über möglich. Die durch den Staudamm Belo Monte verursachten Veränderungen des Lebensraums wirkten sich zwar auf die Populationen von H. zebra aus, waren jedoch nicht ausreichend, um das Aussterben der Art zu verursachen. Die verbleibenden Bevölkerungsgruppen haben Schwierigkeiten, ihr neues Gleichgewicht in dem hydrologischen Regime zu finden, das nach der Operationalisierung von Belo Monte in ihrem Lebensraumbereich auferlegt wurde. Der zusätzliche Fischereidruck auf eine bereits gefährdete Bevölkerung könnte der letzte Stressfaktor sein, der zum Aussterben von H. zebra in freier Wildbahn führt. Paradoxerweise könnten die Versuche der Aquarianer, die Art durch den Kauf wilder Exemplare zu retten, angesichts der aktuellen Umweltbedingungen zu ihrem Aussterben in freier Wildbahn führen.

    Quelle: s.o.; unter 3.6. Threats to the zebra pleco and its conservation in nature

  • Moin,


    ich denke schon, dass das kritisch sein kann bzw. auch immer mehr wird - Besserung ist ja nicht in Sicht.


    Der illegale Export von Hypancistrus zebra lässt sich nicht wegreden und ist auch relativ simpel, da der Amazonas als internationales Gewässer gilt. Die Boote können dort i.A. ohne Grenzkontrollen fahren, die "Grenzgänger" müssen am Anlegeort die Grenzformalitäten erledigen. Das das ernsthaft geprüft wird, mag vielleicht für die großen Schiffe gelten, die in den großen Häfen wie in Manaus anlegen. In der Masse aber sicherlich nicht.

    2017 waren wir im Brasilien 2017: Dreiländereck Brasilien / Kolumbien / Peru. Schon der Pendelverkehr zwischen den drei Grenzorten ist für unsere Verhältnise unvorstellbar.

    Ergo, schon auf diesem Weg lassen sich die Tiere sicherlich relativ einfach auch Brasilien raus bringen und das was Kontrollen zu Tage bringen, dürfte nur die Spitze vom Eisberg sein.

    Dass die Art bei CITES aufgenommen ist, schränkt auch nur den Export aus Brasilien ein. Wenn die Tiere erstmal in einem Land außerhalb von Brasilien sind, steht dem grenzüberschreitenden Handel kaum noch was entgegen.


    Der Bedarf ist offensichtlich da und die Preise sind entsprechend. Und wenn dann noch Wildfang dran steht, durchaus das Doppelte von "normal".


    Wenn man den Leuten, die Jahre lang vom Fischfang lebten, die Grundlage entzieht, ohne dass sie eine wirkliche Alternative geboten bekommen, nutzen (müssen) viele auch illegale Wege um ihre Familien zu versorgen.

    Wir hatten schon mit dem Bau von Belo Monte erwartet, dass sich das Habitat verändern wird. An die oben genannte Folge hat wohl keiner gedacht. Statt nur während der 6 Monate Trockenzeit kann in der Volta Grande nun das ganze Jahr gefangen werden. Doppelt so viele Tiere wie vorher?


    Ich kann mir gut vorstellen, dass das für die Population von Hypancistrus zebra ein großes Problem darstellt, wenn man den Leuten dort keine anderen (bzw. zu wenige) Möglichkeiten bietet, den Lebensunterhalt zu verdienen.


    Das ist nun auch ein sehr populäres Beispiel.


    Wenn wir noch etwas weiter denken, auch hier wird wieder auf den niedrigen Wasserstand in der Volta Grande verwiesen. Wir wissen, dass dort die oberen Wasserschichten von Hypancistrus zebra besiedelt wurden/werden und die unteren von Hypancistrus sp. "L 174". Auch denen wird es nicht besser gehen.

    Siehe auch: Sehr teuer – schwer zu halten und zu vermehren? Hypancistrus zebra („L 46“)