Besatzfrage - ca. 1000 Liter mit kühlerem Wasser

  • Hallo zusammen,

    nach längerer Abwesenheit hier (Ausflug zum Tanganjikasee sowie Umzug und dadurch bedingt 2 Jahre ohne Aquarium) hat es mich wieder erwischt und ich plane mein neues Projekt. Meine beste Regierung von allen hat mir grünes Licht gegeben und kann sich ebenso wie ich für ein großes, oben offenes Aquarium begeistern, aus welchem emerse Pflanzen herauswachsen und die Zimmerwand begrünen. Zur Verfügung steht eine 4,00 m lange Wand, allerdings kann ich nur mäßig viel Tiefe stellen, weil die Zimmerecke nicht sooo riesig ist. Obwohl ich tiefe Becken sehr mag, plane ich daher mit einer Grundfläche von 300x60 cm. Wegen der ewigen Frage danach, wieviel Last der Estrich bzw. der Styropor darunter mitmacht, soll die Höhe auf 50 cm begrenzt bleiben. Aus der Leitung fließt ziemlich durchschnittliches Leitungswasser von ca. 9° dGH und 8° dKH, ca. 350 µS/cm Leitwert und laut Wasserwerk ohne nennenswerte Nitratkonzentrationen.

    Da das Aquarium offen betrieben werden soll und das Wohnzimmer nicht zur Tropfsteinhöhle mutieren darf, muss die Wassertemperatur begrenzt bleiben. Die Zimmertemperatur beträgt im Jahresverlauf ca. 21-25 °C und im Idealfall würde ich das Becken unbeheizt betreiben. Als Kompromiss wäre, wenn es gar nicht anders geht, eine Beheizung auf maximal 23° im Winter für mich vorstellbar.

    Es sollen neben den emersen Pflanzen (die ihre Wurzeln im Aquarium verteilen sollen) auch submerse Pflanzen wachsen. Das werden aber eher anspruchslose Arten sein, die auf jeden Fall ohne CO2-Zufuhr auskommen sollen. Das bedeutet für die Fische, das sie bitteschön keine Pflanzenfresser sein dürfen. Wie die Einrichtung unter Wasser dann im Detail aussieht, richtet sich nach den Tieren, die einziehen werden. Und damit sind wir bei meinem eigentlichen Thema: dem Besatz. Da ich noch ganz am Anfang des Projektes stehe (Umsetzung ist für den Herbst / Winter geplant) gibt es mehrere Optionen, die mir bei meinen bisherigen Recherchen gefallen haben:

    1.) kleine Salmler und Welse in größeren Schwärmen: also z.B. Hyphessobrycon herbertaxelrodi, H. eques, Moenkhausia sanctaefilomenae, M. costae, dazu Panzer- und Saugwelse (Otocinclus, Loricaria, etc.) sowie Garnelen.

    2.) Scleromystax barbatus & friends: d.h. ein größerer Trupp dieser Panzerwelsart, plus eine Auswahl Salmler, Saugwelse und Garnelen.

    3.) Gymnogeophagus terrapurpura und ein Beibesatz etwas größerer Salmler (z.B. Tetragonopterus argenteus, Markiana nigripinnis) und Welse.

    4.) Antennenwelse der Gattung Pimelodus: Pimelodus pictus (10+ Tiere), Pimelodus blochii (2x), größere Salmler, Hoplosternum thoracatum und Saugwelse als Mitbewohner.

    Bei den Kombinationen 1-3 bin ich mir relativ sicher, dass hier die Einschränkungen bezüglich der Wassertemperaturen kein Problem darstellen, bei 4. bin ich mir wegen der P. pictus unsicher bzw. habe keine Idee, wo für die langfristig die sinnvolle Untergrenze liegt.

    Dieses Projekt soll für mich etwas Neues darstellen, also etwas, das ich so noch nie gemacht habe. Insofern liegt der gedankliche Schwerpunkt mal nicht bei den Cichliden, die ich bislang immer in den Mittelpunkt gestellt habe, sondern eher bei Salmlern und Welsen. Eine Ausnahme könnten noch die südlichen Erdfresser werden, aber die sind zunächst mal nicht ganz oben priorisiert.

    Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, was die Umsetzung angeht, aber zunächst würden mich mal Eure Meinungen und Anregungen zu meinen Ideen interessieren. :)

    Viele Grüße, Andreas

  • Nabend Andreas ! WELCOME BACK ! Danke für deine tolle Vorstellung deines anstehenden Projektes. Viel Erfolg dabei

    und berichte dann auch gerne weiter. I ch habe bei mir im Wohnzimmer auch schwimmenden Estrich, keinen Keller..

    Mein Becken 3,35 X 90 X 70 ! Stahluntergestell pulverbeschichtet, Spanplatte am Boden verschraubt und unter dem Becken !

    Das Gewicht verteilt sich auf die Fläche, und nicht punktuell, seit Jahren alles OK. Evtl. gibt die Dehnungsfuge an der Wand etwas nach...

    Habe bei mir KEINE Pflanzen, nur viel Holz und Steine.. Auf der Spanplatte unter dem Becken natürlich Styropor ! Sorry - just vergessen.

    LED Balken über die Fläche, 2 X 3Kammer Innenfilter, 1 X FX6 Aussenfilter. 26 Grad konstant. 19er Glas, 3 dicke Quer Streben !

    Mein Freund hatte vor Jahren einen Aquarienbau in Münster ! Schönen Abend dir euch, Claus:)

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Hallo zusammen,

    oppelnews danke für den Tipp! A. rathbuni und A. paraguayensis werde ich mir mal näher anschauen. Mein erster Eindruck ist, dass beide Arten sich eher oberflächennah Bereich aufhalten, richtig?

    Foxi Was Du da schilderst, ist interessant. Ich hätte bei solchen Gewichten von 2,5-3 Tonnen Bedenken, dass der Styropor nachgibt und in der Folge die Estrichplatte reißt. Mit unkalkulierbaren Folgen für das Aquarium... Eine gerissene Dehnungsfuge an der Wand hatte ich schonmal bei einem 150x80x60 Aquarium vor vielen Jahren. Außer einem leichten Schiefstand von ein paar Millimetern war nichts zu bemerken allerdings stand das Aquarium nur gut 2 Jahre an Ort und Stelle. Keine Ahnung, was nach mehreren Jahren gewesen wäre. Auch hier wurde das Gewicht vollflächig auf den (Fliesen-) Boden übertragen. Wegen dieser Erfahrung will ich dieses Mal kein Risiko eingehen und von vornherein einen geringeren Wasserstand nehmen. Klar, der Unterbau wird das Gewicht über die größtmögliche Fläche von 4,00 x 0,70 verteilen. Ich habe vor, den Unterbau wie folgt aufzubauen (von unten nach oben): stabile Holzplatte 400x70 cm; darauf verschraubt 4 oder 5 Tischkufen (Tragfähigkeit 400 kg pro Stück; Tischkufen), darauf nochmals eine massive Holzplatte 400x70; darauf Styrodur und schließlich das Aquarium. Damit eine Scherbewegung seitlich und nach vorne vermieden wird, wird der Unterbau mit drei Zimmerwänden verschraubt. Ich weiß, dass bei unserem Haus der Bodenaufbau im Wohnzimmer aus 10 cm Styropor und 5 cm Estrichbeton besteht. Immerhin kommt danach direkt die Bodenplatte, da wir keinen Keller haben.

    Wie muss ich mir die Verschraubung Deines Stahlgestells mit dem Boden vorstellen und was bewirkt die in Bezug auf die Gewichtsverteilung?

    Viele Grüße, Andreas

  • Guten Morgen ! Wie ? Was ? Nur die beiden Spanplatten sind mit dem Stahluntergestell 4 X 4 cm verschraubt, nicht mit dem Fliesen Boden !!

    Dadurch verteilt sich das Gewicht des Beckens auf die komplette Fläche. Aber dann gerne auch andere Meinungen dazu....

    Schönes Wochenende, Claus:)

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Guten Morgen ! Wie ? Was ? Nur die beiden Spanplatten sind mit dem Stahluntergestell 4 X 4 cm verschraubt, nicht mit dem Fliesen Boden !!

    Dadurch verteilt sich das Gewicht des Beckens auf die komplette Fläche. Aber dann gerne auch andere Meinungen dazu....

    Schönes Wochenende, Claus:)

    Hi Claus,

    Ok, hab ich wohl missverstanden. Alles klar.

    VG, Andreas

  • Hi zusammen,

    ich möchte mal etwas konkreter zum Besatz nachfragen :)

    Wie sieht es bei den genannten Rahmenbedingungen mit Loricariiden aus? Gibt es da Empfehlungen von Euch? Sie dürfen gerne bis 30 cm groß werden, da hätte ich nichts gegen, sollen aber keine Sägewerke sein und wenn sie sich nur verstecken, wäre es auch nix.

    Gibt Erfahrungen zu Pimelodus-Arten bei genannten Temperaturen? Man liest für P. pictus Angaben wie 22-2x °C und das obwohl sie eher aus dem warmen Norden Südamerikas kommen. Sind die tatsächlich unempfindlich gegen ein halbes Jahr bei 22°C?

    VG, Andreas

  • Hallo Andreas !

    Hört sich sehr, sehr gut an:thumbup:.

    Bin mal gespannt wenn der Pott steht.

    Gymnogeophagus passen sicherlich super. An passenden Salmlern und Welsen sollte sich auch

    einiges finden lassen. Hast ja auch schon das ein oder andere genannt.

    Gruß

    Thomas

  • Hallo Andreas,

    persönliche Erfahrungen habe ich mit Pimelodus-Arten bei der Haltung keine.

    Die meisten sollten aber nachtaktiv sein. Wir hatten sie mehrfach nachts im Netz oder früh in der reuse.

    Die können auch ordentlich was an Futter wegdrücken. 😉

    Liebe Grüße

    Swen

  • Hallo Swen,

    Wenn die P. pictus tatsächlich in erster Linie nachtaktiv sind, dann wäre das ein Ausschlusskriterium für mich. Wenn man sich aber Videos im Netzt anschaut, bekommt man den Eindruck, dass sie tagaktiv sind. Jedenfalls machen die bei hellem Licht ordentlich Aktion.

    VG, Andreas

  • Hallo Thomas,

    Ich meine mich zu erinnern, dass sich hier früher einige Kollegen getummelt haben, die ebenfalls kühlere Südamerikaner gepflegt haben. Über aus dieser Ecke kommende Ideen und Vorschläge würde ich mich natürlich auch sehr freuen ;)

    VG, Andreas

  • Hallo Andreas,

    wie gesagt, kann ich nur meine Beobachtungen mitteilen.

    Mich würde aber auch nicht wundern, wenn sie als starke fresser, beim Füttern aus ihren Verstecken kommen.

    Ich jedenfalls habe es mir vorgenommen, auf jeden Fall mal eine Art zu halten. Dann aber mit Sicherheit im artbecken. 😉

    Liebe Grüße

    Swen

  • Hallo Andreas,

    soll über das Becken ein Landteil hinter Glas wie ein Paludarium, oder einfach oben offen?

    Bei letzterem würde ich keine P. pictus halten. Ich habe zweimal einen hinter dem Becken raus friemeln müssen. Erstaunlicherweise beides Mal noch lebendig, obwohl optisch kein Unterschied mehr zu einer Wollmaus bestand. Markiana nigripinnis sind ebenfalls gute Kandidaten für einen Ausflug ins Trockene, insbesonders wenn da nachts Welse Action machen.

  • Moin Andreas,

    nicht wirklich. 23 Grad hat mein Becken. Wobei ich gestehen muss, im Winter ist mein Heizstab ausgefallen, und da ich kein Thermometer hatte, war es wohl eine Zeitlang auch deutlich darunter.

    Suche Bagarius bagarius und Poeciliotheria Subfusca :(

  • Malte I.

    Das AQ soll oben offen und ohne Einhausung des Luftteils laufen, allerdings mit den üblichen Glasstegen rundum, wobei ein späterer Ausbau in Richtung Paludarium nicht ausgeschlossen ist. Wenn die emersen Pflanzen mal gut gewachsen sind, wird das Ausflüge der Insassen etwas erschweren, aber besser, die legen es gar nicht erst darauf an. Insofern danke für die Hinweise, auf die beiden genannten Arten als Fluchtexperten wäre ich tatsächlich nicht gekommen.


    BerndBaumann

    Interessant, dann scheinen die Pictus tatsächlich gut mit etwas geringeren Temperaturen klar zu kommen. Pflegst Du in deren Becken noch andere Arten? Wenn die neben der Tagaktivität auch viel nachts unterwegs sind und für Unruhe sorgen, tendiere ich doch dazu, denen lieber ein Artbecken oder evtl. ein Becken speziell für eher nachtaktive Fische zu genehmigen. Das wäre dann aber ein anders, eher langfristiges Projekt.

  • Ctenolucius hatte ich auch schonmal, sehr coole Salmler, aber eher nix für ein offenes AQ.

    Die Platysilurus kannte ich bis gerade eben noch gar nicht..Die sind ja hochinteressant! Und ich dachte, die Pictus wären die einzigen normalgroßen Pimelodiden. Da komme ich echt ins Grübeln. Du hast ein schummriges AQ hast Du geschrieben. Sind die Platysilurus ähnlich tagaktiv wie die Pictus? Mann, da hast Du mir jetzt einen Floh in Ihr gesetzt ^^

    VG