1000l Subtropen-Becken im kühlen Wintergarten?

  • Guten Abend,

    aktuell befindet sich bei uns ein Wintergarten in Planung, der im Hersbst fertig gestellt wird. Er besteht aus Glas-Schiebewänden um eine überdachte Terasse. Ins Dach kommen 2 große Dachflächenfenster. Die Schiebewände sollen in der warmen Jahreszeit (auf der Alb etwas kürzer:() offen bleiben, so dass es weiterhin als Terasse genutzt werden kann. Im Winter möchten wir dort Pflanzen überwintern und daher die Temperatur auf mind. 10°C halten. Es ist also kein erweiteter Wohnraum mit konstanter Temperatur, sondern sehr wechselnden Temperaturen (im Sommer sicher bis 30°C) ausgesetzt.
    In diesem nur schach beheizten Wintergarten möchte ich ein Aquarium von (geplant) 200x80x70cm aufstellen und das ringsum mit 5cm gut isolieren. Separat heizen möchte ich es im Winter im Normalfall nicht.

    Wie in meiner Vorstellung geschrieben, komme ich aus der Tanganjika-Ecke und kenne mich mit Fischen, die solche Klimaverhältnisse gewohnt sind, nicht aus.
    Nach etwas Einlesen bin ich auf die Fische der Subtropen gestossen und finde den südlichsen Verbreitungsgrad von Cichliden in Uruguay und Argentienien dabei sehr interessant.

    Kurz erähnen möchte ich auch noch meine Trinkwasserverhältnisse, da ich weiterhin ohne Wasserpanscherei auskommen möchte:

    • pH: 7,2-7,5 wobei sich bei mir im Aquarium (vermutl. durch CO2-Austreibung) immer ein pH>8 einstellt
    • GH: 18
    • KH: 15
    • EC: 550 uS/cm

    Idealerweise hätte ich gerne ein Gesellschaftsbecken mit mehreren Cichlidenarten und einigen Beifischen (auf jeden Fall Welse und ein Schwarmfisch (Salmer?)). Schön wäre ein richtiges Biotop-Aquarium mit Fischen aus dem gleichen Gewässer.

    Mir ist klar, dass auch Futteransprüche, Platzbedarf, Aufenthaltsraum und Verhalten berücksichtigt werden müssen. Ist alles aktuell eine Menge Recherchearbeit (DCG, AMAZONAS, Internet). Habe mir jetzt noch „Die Cichliden Amerikas 1-3“ bestellt, da meine Bibliothek auf den Tanganjikasee ausgerichtet ist.

    Aktuell gehe ich wie folgt vor:

    1. Ich suche mir Cichliden (denen gilt mein Hauptinteresse) heraus die in diesem Bereich (meistens Uruguay) vorkommen und sortiere Fische aus weichem Wasser und größer als 25cm wieder aus (größere möchte ich nicht pflegen)
    2. Dann versuche ich etwas über Hälterungsbedingungen zu erfahren und sortiere meine Liste weiter aus
    3. Dann möchte ich sehen, welche Cichliden zusammen gehalten werden können
    4. Und dann kümmere ich mich noch um die Beifische

    Habt ihr eine Idee, wo ich Informationen zu der oben beschrieben Haltung von Cichliden aus den Subtropen (Uruguay, vielleicht auch noch Paraguay) schon etwas aufbereitet bekommen kann?
    Oder wo etwas zu Erfolg oder Problemen im (nur schwach beheizten) Wintergarten berichtet wird?
    Im Netz habe ich bis jetzt nichts gefunden, kann mir aber nicht vorstellen, dass ich der erste bin der das im Wintergarten versucht. Die Berichte über die Sommerhaltung im Gartenteich kenne ich.

    Sobald ich erste Ideen für den Besatz zusammen habe, werde ich es auf jeden Fall hier vor- und zur Diskussion stellen.

    Aktuell bin ich an Punkt 1) und habe derzeit:

    • Chaetobranchopsis australis
    • Herichthys cyanogattatus
    • Gymnogeophagus balzanii, meridionalis, australis, terrapupura
    • Laetacara dorsigera
    • Cichlasoma dimerus
    • Australoheros facetum, minuano
    • Bujurquina
    • Apistogramma borelli, commbrae, trifasciata
    • Crenicichla lepidote, puctata (scheiden vermutlich als Räuber für ein Gesellschaftsbecken aus, oder?)

    Kann man eigentlich Apistogrammas mit größeren Cichliden zusammen auf 200x80 pflegen, oder scheiden die direkt auch aus?
    Wie ihr seht, viele Fragen eines Südamerika-Anfängers. Ich hoffe mit eurer Hilfe, da schneller Licht ins Dunkel bringen zu können.
    Wenn ihr mir jetzt schon sagen könnt, welche der obigen Fische nicht passen oder welche noch auf die Liste kommen können, immer her damit. Es wäre allerdings schön, wenn ihr eure Meinung kurz begründen könntet, damit ich auch dazu lerne.

    So, sollte als erstes mal reichen. Ich freue mich auf euren Input. Und ich verspreche, beim nächsten Mal wird es kürzer;)

    Viele Grüße
    Udo

  • Hallo Udo ! WILLKOMMEN in der Runde. Danke für deine Vorstellung des MEGA Projektes ! Viel Erfolg dabei und berichte

    dann auch gerne weiter darüber. Lese mit Spannung.... Claus:)

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Hallo Udo,

    das ist eine schöne Idee mit dem Becken im Wintergarten. Die Temperaturen passen auf jeden Fall. Wenn es Dich nach Uruguay zieht, würde ich als Besatz in so einem Becken Australoheros spec. red ceibal (die lassen sich auch gut in Gruppen halten), eine offenbrütende Gymnogeophagus Art wie terrapurpura, meridionalis oder rhabdotus und eine der maulbrütenden Gymnogeophagus Arten wie gymnogenys oder mekinos empfehlen. Cichlasoma dimerus sind sicher auch gut möglich aber da habe ich keine Erfahrung mit. Als Salmler schwimmen bei mir Rautenflecksalmler und Welse Hoplisoma paleatum. Von den Scleromystax aus der Panzerwelsecke würde ich die Finger lassen. Die sind sehr hitzeempfindlich.

  • Hier ist ein Video aus meinem 2.000 Liter Teich, in dem einige der vorgeschlagenen Arten rumschwimmen. Die Gymnogeophagus sind junge gymnogenys:

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  • Guten Morgen ! Danke Boris für dein tolles Video. Schönen Tag allen, Claus:thumbup:

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Vielen Dank für die nette Begrüßung!

    Aquaphilius Boris, super Empfehlungen. Genauso habe ich mir das gewünscht und danke für das Video. Ich werde mir gleich auch die anderen ansehen. Damit sind die Australoheros schon gesetzt. Und auch bei deinen anderen Empfehlungen gibt es eine gute Übereinstimmung mit meiner Liste. Damit bin ich wohl jetzt auf einem guten Weg. Schön, dass es hier einen profunden und aktiven Kenner der subtropischer Fische gibt.
    Danke auch für den Tipp mit den Scleromystax. Die würden mir nämlich auch gut gefallen. Habe bis jetzt nur auf die Temperatur nach unten geachtet. Nach oben benötige ich aber auch eine gewisse Toleranz. 28°C werden sicher erreicht, aber Puffer hätte ich gerne bis 30°C. Spätestens da würde ich natürlich mit Kühlmethoden beginnen.
    Da du mir dankenswerter Weise schon Salmler und Welse empfohlen hast, nehme ich an, dass die trotz ihrer geringen Größe mit allen erwähnten Cichliden zusammen gehalten werden können. Die Crenicichla sind auf jeden Fall raus, auch wenn ich da großes Interesse dran hätte. Oder gibt es da welche, die Fische mit 5-7cm in Ruhe lassen würden? Und mit Hoplisoma paleatum geht es sozusagen back to the roots. Die hatte ich als Junge in meinem Gesellschaftsbecken, da hießen sie noch Corydoras. paleatum.

    Hast du neben den YouTube-Videos schon mal irgendwo über deine Teicherfahrungen berichtet? Arten, Temperaturen im Teich und im Keller, Aufenthaltsdauer, Teichgröße etc.
    Leider konnte ich hier bei der Recherche im Forum nichts finden. Falls ja, wäre ich über einen link dankbar, da deine Erfahrungen vermutlich gut auf mein Projekt übertragbar wären.

    VG Udo

  • Hallo Udo,

    Ich habe noch einiges auf meinem Facebook-Profil https://www.facebook.com/profile.php?id=100016468443532

    Ich habe einige Crenicichla-Arten aber ich komme immer mehr zum Schluss, dass diese sich einfach nicht für Gemeinschaftsbecken eignen. Crenicichla sind eigentlich immer die Macht im Becken und stressen die Mitbewohner einfach schon durch ihre Präsenz. Ich muss gerade meine Geophagus sveni umsetzen weil die wirklich friedlichen Crenicichla acutirostris die sveni unterdrücken ohne ihnen Schäden zuzufügen.

    Ich habe im Teich Crenicichla celidochilus. Die sind halt die Chefs im Teich aber bei 7 x 3,5 m Fläche ist das kein Problem.


  • Bei den Scleromystax musste ich wegen der Hitzeempfindlichkeit reichlich Lehrgeld bezahlen. So schön sie auch sind. Die Haltung im Keller funktioniert gut. Eine Bekannte züchtet die sehr erfolgreich im Keller in Regenwasser. Ab 26 ° C aufwärts wird's bei denen schon richtig eng. Das würde Dir im Hochsommer richtig Stress bereiten.

    Meine Fische hole ich im Winter rein in den Keller. Da gehen dann die Temperaturen dann auf ca. 13° C runter. Dann gibt es auch nur noch wenig Futter (1 x pro Woche). Eigentlich sollen meine Fische u. a. in einem selbst gemauerten 2.000 Liter Becken überwintern. Es war im letzten Jahr leider noch nicht dicht. Steht (nach ziemlichem Frust darüber) für den nächsten Urlaub auf der Todo-Liste. Für den Fall, dass ich es nicht dicht bekomme, muss dann wieder das Provisorium vom letzten Jahr ran:

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    Mit Deinem Wintergarten bist Du in einer luxuriösen Ausgangssituation. Den zeitlichen Ablauf bestimmen unsere Jahreszeiten. In Uruguay ist der Zeitablauf der Jahreszeiten zwar ziemlich anders (dort ist mehr oder weniger Sommer wenn bei uns Winter ist). Spätestens bei den Nachzuchten stellt diese Umstellung vor gar keine Probleme und die Wildfänge tun sich damit auch nicht so schwer. Bei Vögeln soll das schwieriger sein, habe ich mal gehört.

    LG Boris

    2 Mal editiert, zuletzt von Aquaphilius (28. August 2025 um 22:41)

  • Hallo Udo !

    Also Gymnogeophagus wären da doch ideal.

    Dazu ginge sicherlich noch der ein oder andere Wels und auch passende Salmler.

    Auf Apistogramma würde ich dann allerdings eher verzichten. Die bleiben doch zu klein für

    eine Kombi.

    Gruß

  • Nochmals danke für eure Tipps. Ich habe das Forum nicht vergessen, aber leider gab es nicht viel zu berichten, da der Ausbau des Wintergartens länger gedauert hat, als erwartet. Nun ist er aber endlich fertig und eine Ecke von 200x80 cm wartet auf die weitere Gestaltung :)

    Aktuell suche ich ein günstiges Becken. Da die Preisunterschiede doch recht groß sind, gehe ich evtl. in der Höhe von 70 auf 60 cm zurück. Oder würdet ihr mir davon abraten?

    Umso mehr Zeit hatte ich für das Literaturstudium der Subtropen Südamerikas, wobei ich einiges in den DCG-Informationen gefunden habe. Und es deckt sich alles mit euren Empfehlungen :thumbup:

    Aktuell wäre meine Wunsch-Besatzliste (ohne Rücksicht auf Verfügbarkeiten):

    - 6 Stück oder 2 Paare Australoheros spec. "Red Ceibal"
    alternativ: A. acaroides oder A. minuana

    - ??? (2 Paare?) Gymnogeophagus gymnogenis
    alternativ: G. labiatus oder G. australis

    - ??? (2 Paare?) Cichlasoma dimerus
    alternativ: Laetacara dorsigera oder G. rhabdotus oder G. terrapupura

    - 10 Thoracocharax stellatus (große Beilbauchsalmler)

    - 10 Hemigrammus caudovittatus (Rautenflecksalmler)
    alternativ: Hyphessobrycon eques (Blutsalmler) oder Aphyocharax anisitsi bzw. rathbuni
    oder sind die zu klein?

    - 6 Corydoras paleatum
    alternativ: C. longipinis

    - 4 Rineloricaria (südliche Arten, muß mal weiter schauen)


    Was haltet ihr davon? ist das so machbar, gut strukturiert in 1000l ?
    Wieviele Cichliden pro Art empfehlt ihr?
    Ich habe bis jetzt ja nur Erfahrung mit Tanganjikas. Und das ist dann doch nicht vergleichbar. Und ich werde sicher auch nicht alles auf einmal bekommen.

    VG und noch einen schönen Advent
    Udo

  • Hallo Udo,

    Ich habe zwar selbst kein Aquarium in solchen Dimensionen, aber der Unterschied zwischen 60 cm Höhe und 70 cm Höhe ist meiner Meinung nach von der Optik her gigantisch. Ich würde daher auf die 70er Höhe gehen, lieber jetzt im Zweifel noch etwas warten und sparen, als sich dann ewig ärgern.

    Um kein teures und wertvolles Volumen zu verlieren bin ich dazu übergegangen meine Aquarien von außen mit schwarzer Abtönfarbe zu streichen, gibt auch optisch zusätzliche Tiefe (meine Becken sind auf Grund Einschränkungen in der alten Wohnung nur 40 cm tief).

    Ich weiß, dass für viele Leute alles außer Cichliden eher Beifische sind, aber als Liebhaber solcher Beifische kann ich dir nur raten, die Schwärme zu vergrößern.

    Ich habe schon "Schwärme" verschiedener Salmler und Panzerwelse zwischen acht und 30 Tieren gehabt. Das macht einen himmelweiten Unterschied.

    Acht Panzerwelse sehen, selbst wenn sie zusammen durchs Becken ziehen und den Boden durchwerkeln, immernoch eher wie Einzeltiere aus. 30 hingegen machen richtig was her. Aktuell sind es bei mir etwa 15 Tiere und weniger würde ich nicht haben wollen. Selbes gilt für Salmler gleichermaßen, selbst wenn viele der Arten keine richtigen Schwarmfische sind, sondern eher lockere Gruppen bilden.

    Viele Grüße

    Felix

  • Moin Udo,

    bei den genannten Cichliden sehe ich, außer bei Laetacara dorsigera, keine Probleme. Diese haben m.E. einen doch höheren Wärmebedarf. Persönlich würde ich es bei Australoheros, Gymnogeophagus und C. dimerus belassen. Noch ein paar geeignete Welse und evt. Salmler dazu sollte passen. Mit der Aquariumgröße, in diesem Fall der Höhe , ist das so eine Sache. Man möchte den vorhandenen Platz voll nutzen, aber gerade bei der Höhe von 60 und 70 cm ist eine Glasstärke von 12 auf 15 mm wahrscheinlich sicherer. Und das merkt man schon preislich. Für eins meiner Aquarien von 2,4 x 0,8 m gab der Hersteller bei 12er Glas eine Maximalhöhe von 0,65 m vor. Dies steht nun über 10 Jahre ohne Probleme.

    Beste Grüße von Mathias

  • Danke für das Feedback. Ich versuche mal bei den 70cm zu bleiben und mir ein neues, statt eines gebrauchten Beckens zu kaufen.

    Das mit der Gruppenstärke kann ich nachvollziehen. Und natürlich sieht ein größerer "Schwarm" schöner aus. Beiden Salmlern bekomme ich das vermutlich auch hin, aber bei den Panzerwelsen bin ich da skeptisch. Wenn ich 3 Cichlidenarten mit je 6 Fischen nehme, habe ich bereits 18 bodenorientierte, gößere Fische, die bei (sich hoffentlich einstellender) Brutpflege ordentlich Druck machen und einiges an Bodengrund beanspruchen werden. Da habe ich Bedenken, dass ein 30er Trupp Panzerwelse einfach zu kurz kommt.

    Bzgl L. dorsigera:
    Wolfgang Staeck verweist in seinen beiden Büchern über Südamerikanische Buntbarsche auf Verbreitungsgebiete bis zum mittleren Rio Parana (30° südl. Breite) in Argentinien und dort auf von ihm gemessene 12°C im Winter, wo er sie zusammen mit A. borelli gefangen hat.

    Aber wenn ich meine Wunschfische bekomme, bleibe ich bei einem Biotop-Becken aus Uruguay und dann sind die L. dorsigera raus, obwohl sie mir sehr gut gefallen.

  • Bzgl L. dorsigera:
    Wolfgang Staeck verweist in seinen beiden Büchern über Südamerikanische Buntbarsche auf Verbreitungsgebiete bis zum mittleren Rio Parana (30° südl. Breite) in Argentinien und dort auf von ihm gemessene 12°C im Winter, wo er sie zusammen mit A. borelli gefangen hat.

    Moin Udo,

    von A. borelli hatte ich in "Die Buntbarsche Amerikas" Band 2 von Ingo Koslowski die Mitteilung von W. Staeck über deren Temperaturtoleranz gelesen. Von L. dorsigera war mir dies bisher nicht bekannt. Man lernt nie aus. In den Haltungsempfehlungen werden auf jeden Fall immer höhere Temperaturen (20-25`C) genannt.

    Beste Grüße von Mathias

  • Hallo Mathias,

    seit ich mich mit Südamerika und speziell dort mit den Subtropen (überwiegend Uruguay) beschäftige, ist mir das Gleiche aufgefallen. Bei Fischen, deren Verbreitungsgebiet sich von den Tropen bis in die Subtropen erstrecken, wird dieser Aspekt in den allgemeinen Aquarienbüchern bei den Temperaturangaben meistens nicht berücksichtigt.

    Staeck geht auch nochmal im Cichliden-Atlas Band 3 auf das Thema ein und in Die Buntbarsche Amerikas Band 1 wird auf die südliche Verbreitung verwiesen.
    Ich finde das ganze Thema der Subtropen sehr spannend. Leider wird es in der Aquarienliteratur nur selten behandelt. Lediglich die DCG hat hier einige gute Berichte.

    Mir ist es allerdings nicht klar, ob Individuen, die in den Tropen gefangen wurden (und ja mit all ihren Vorfahren dort gelebt haben), trotzdem die Kälteresistenz wie ihre Artgenossen aus den Subtropen haben. Da werde ich wohl meine eigenen Erfahrungen machen müssen. Insbesondere bei in Aquarien verbreiteten Fischen, wie H. eques, Hiplosoma paleatum, Apistogramma borelli, etc. ist oft nicht klar, woher die Nachzuchten stammen.
    Und wie ich an Importe aus Uruguay komme, weiß ich auch noch nicht. Lediglich bei den Nachzuchten von Gymnogeophagus, die aus deutschen Teichen stammen, kann ich bezüglich der Kälteresistenz wohl sicher sein.

    VG Udo