Noch einmal Französisch Guyana

  • Hallo Ihr Lieben,

    nun sind hier schon einige Berichte über Reisen nach französisch Guyana eingestellt. Nicht zuletzt durch diese tollen Berichte ist auch in mir der Wunsch gereift, einmal selbst die Heimat meiner Pfleglinge aufzusuchen.

    Im Oktober 2024 war es dann nach einigen Vorbereitungen so weit und wir machten uns zu Dritt daran, mit von der Partie auch Martin (vspatz) und meine Wenigkeit, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Bestimmt wird Martin meine Ausführungen noch zu ergänzen wissen. ;)

    Dabei hatten wir neben dem eigenständigen Besuch der mit dem Auto erreichbaren Gewässer auch einen kleinen Tripp zur Mündung des Crique Armontabo geplant.

    Nun ist die Reise schon über ein Jahr her und wir haben mit uns gerungen, hier einen Bericht zu eröffnen, wollten wir ja niemanden langweilen. Da aber auch schon lange kein Reisebericht mehr veröffentlicht wurde, denken wir, dass Thema könnte einmal wieder belebt werden. ;)

    Nach der langen Vorrede will ich aber auch gleich starten:

    Schon im Vorfeld haben wir uns Gedanken machen müssen, wie wir der begehrten Mitbringsel denn habhaft und diese natürlich wohl und unbeschadet mit nach Hause bringen können. So hieß es neben den Impfungen, Ausrüstungsgegenständen und Reiseinformationen, die begrenzten Gepäckgrenzen einzuhalten.

    Da haben wir so einiges herumgetüftelt, bis es schließlich in die Koffer, Taschen oder wie bei mir, in den Rucksack gepasst hat.

    Hilfreich war wie immer der Beitrag, ich packe meine Koffer hier im Forum.

    Soweit zum Einstieg.

    Liebe Grüße

    Swen

  • Nabend Swen ! Dir / euch alles Gute für 2026 und bitte gesund bleiben ! Danke dafür-eine tolle Idee. Und wer sich

    gelangweilt fühlt braucht deinen Reisebericht ja dann auch NICHT lesen.. Ich persönlich finde sowas immer spannend,

    schaue mir sehr gerne auf ARTE mediathek Auslands Berichte an, man taucht ab in eine andere Welt !! Über die Feiertage

    war jetzt mein Neffe da, er lebt jetzt 4 Jahre in Australien, er hatte natürlich viel zu erzählen über Land und Leute.

    Also- Gerne mehr davon ! Schönen Abend, Claus:-)/~

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Hallo Ihr Lieben,

    weiter geht's.

    Zuerst noch ein nachgereichtes Bild von den Reisevorbereitungen:

    Am 28.09. trafen wir uns dann bei Martin und brachen in der Nacht Richtung Paris zu unserem Flieger auf.

    Nach über 7 h Flug landeten wir wohlbehalten in Cayenne. Quartier bezogen wir , wie so viele vor uns, bei Joep und seiner Frau Mareike. Eine super Unterkunft, deren vielseitig interessierte Gastgeber uns mit leckeren Essen und vielseitigen Informationen zu Land, Leuten, den Zielgebieten und den verschiedenen Tierarten versorgten. Anbei noch einige Gartenimpressionen:

    Liebe Grüße

    Swen

  • Hallo Dieter,

    soviel kann ich vorwegnehmen. Ja, wir haben auch Welse gesehen und gefangen.

    Aber ehe ich Euch mit den ganzen Fischbildern langweile erst noch ein paar Impressionen und natürlich auch, was uns sonst noch so über den Weg gelaufen, gekrochen oder geflogen ist. Oder auch einfach nur so rumgestanden ist. ;)

    Da wäre als erstes der uns aus den Geschäften so bekannte Seemandelbaum. Da mussten auch gleich ein paar Blätter mit.

    Mit Tieren war es in der Trockenzeit leider nicht ganz so üppig bestellt, aber ein paar haben sich dann doch vor die Linse verirrt.

    Vögel waren dabei mehr zu hören als zu sehen und schwer zu fotografieren, wie diese beiden Täubchen:

    Oder hier das Nest eines Kolibris erst als Suchbild und dann mit Ei.

    Am häufigsten konnten wir in freier Natur Affen beobachten, da diese durch ihre Bewegungen leicht zu entdecken waren:

    Viele Grüße

    Swen

  • Lieber Swen,

    ganz toll und so einen Reisebericht lese ich auch, wenn er das hundertste Mal in ein und dieselbe Region führt.

    Verüble mir bitte eine Anmerkung nicht:

    Aber ehe ich Euch mit den ganzen Fischbildern langweile

    In einem 'Fischforum' ist das wohl die abwegigste Floskel, die ich hier aber schon häufiger gelesen habe.

    Als ob uns jemand mit Fischbildern langweilen könnte... :)

  • Hallo Dieter, hallo Phillip,

    ja irgendwie ist jede Reise anders. Und gerade, wenn man Fische sucht, stellt man fest, dass diese nicht immer da sind, wo man sie vermutet. ;)

    Nach Auskunft von Joep sollte man besser in der Regenzeit kommen, wenn man die Chance haben will, größere Tiere zu Gesicht zu bekommen. Auch uns blieb es verwehrt, mache Art in der freien Natur zu finden. Wir behalfen uns hierfür mit einem Besuch des Zoo de Guyane. Danach war ich bei einigen Exemplaren doch nicht ganz so traurig, ihnen nicht ohne Zaun dazwischen begegnet zu sein.

    Aber lasst uns jetzt zu dem eigentlichen Ziel unserer Reise kommen. Und das waren natürlich, lieber Phillip, unsere geschuppten Lieblinge. Auch ein wenig auf mein Betreiben hin, führte uns unser erster Ausflug nach Cacau. Den meisten Touristen, die französisch Guyana besuchen ist der kleine Ort wegen seines Marktes und des guten Essens bekannt. Aber auch das Insektenmuseum lohnt einen Besuch. Ich selbst war natürlich vor allem scharf auf die hier vorkommende Lokalform von Laimosemion xiphidius.

    Wie so üblich, mussten aber auch wir erst wieder unsere Erfahrungen sammeln und so war die Ausbeute am Ende des Tages eher dürftig.

    Das Biotop war jedoch traumhaft schön und ist mit Sicherheit noch einmal ein Ziel auf einer nächsten Reise.

    An Fischen gibt es so Einiges. Neben den überall zu findenden Bryconops, der dem Spritzsalmler ähnliche Copeina carsevennensi, Nannostomus beckforti, gab es eine Reihe weiterer Salmlerarten. In tieferen Bereichen war auch Gasteropelecus sternicla zu finden. Dazu erbeuteten wir eine Micropoecelia-Art. An Buntbarschen dominierten die sogenannten Rotaugenkrobia. Daneben hatten wir noch eine weitere Art im Netz, die ich aber nicht richtig bestimmen kann. Vielleicht kann mir ja Jemand helfen.

    Die Bilder hänge ich in die nächste Antwort, da diese ja auf 10 limitiert sind. ;)

    Bis gleich

    Swen

  • Und nun noch die versprochenen Bilder:

    Bryconops

    Den konnte ich leider nicht identifizieren

    Genauso wenig, wie diese Art. Ich vermute Astyanax

    Copeina carsevennensi

    Hier noch ein Messerfisch.

    Danebenbegegnete ich noch den folgenden Kerlchen:

    Ein blauer Morphofalter

    Nach einem langen Tag fuhren wir mit vielen Eindrücken nach Hause. Und meinen ersten L. xiphidus hatten wir auch im Netz. Ich verzichtete darauf das Einzeltier mitzunehmen und hoffte an anderer Stelle auf mein Fangglück. Im Nachhinein habe ich wohl nicht an der richtigen Stelle gesucht. ;)

    Ziel unseres nächsten Ausfluges war der Crique Fourgassier, ein Platz, der mir sehr gefallen hat.

    Bis dahin Euer Swen

  • Hallo ihr Lieben,

    weiter gehts!

    Dieter, ein Nannacara war es nicht. Ich hatte ihn zuerst als Krobia einsortiert. Beim näheren Betrachten des, wie du zu Recht bemerkst, leider nicht ganz optimalen Fotos, würde ich Ihn eher dort einsortieren, was wir früher als unter die Sammelgattung Aequidens gekannt haben. Am auffälligsten ist ja die Musterung in Schwanz- und den Enden von Rücken und Afterflosse.

    Unser nächster Ausflug führte uns zum Crique Fourgassier. Der Platz liegt mitten im Wald und hat landschaftlich einiges für den Naturfan zu bieten. Ich habe mir hier erst einmal richtig Zeit genommen, mir den Biotop anzusehen.

    An Fischen hatte Martin uns von großen Bachlingen und Krobia berichtet. Der kurze Bachabschnitt hielt dann aber doch noch einige andere Überraschungen für uns bereit. ;)

    Damit machen wir dann beim nächsten Mal weiter.

    Euch einen schönen Sonntag.

    Swen

  • Guten Morgen Swen ! Danke wie immer für deine HAMMER Bilder und Berichte !! Man taucht in eine andere

    Welt ab.... gerne weiter so, Danke dafür. Dir euch eine gute Woche ! Claus;)

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Moin Swen,

    tolle Eindrücke.

    Ich fand die Idee von Dieter plausibel, weil gerade die Kopfpartie schon typisch nach N. aureocephalus ausschaut, der ja etwas anders als anomala geformt ist - aber es kann gut sein, dass das Foto etwas täuscht. insofern: Nochmal hinfahren, bessere Fotos schießen oder noch besser den Fisch eintüten :)

  • Hallo Phillip,

    ich habe leider in der Natur keine Alttiere von N. aureocephalus gefangen oder gesehen. Habe aber die tollen Tiere beider Geschlechter ausgewachsen bei Martin im Becken gesehen. Seine Form aus der Nähe des Oyapocks sind natürlich eine Gewalt. Aber mit ihren 15 cm bei den Männchen auch nicht das, was wir von N. anomala gewöhnt sind und auch schon fast kein Zwergbuntbarschformat mehr. Ich hatte damals von ihm Tiere bekommen. Hier noch zwei Fotos:

    Ich spekulierte damals, ob er hier nicht zwei Arten erwischt hat, wegen der vielen Glanzflecke einiger Exemplare. Leider waren meine Tiere alle Männchen. Martin hat die Form ohne Glanzflecken zur Vermehrung gebracht. In meinen Augen ein Goldkopfnannacara (Bild oben)

    Aber macht Euch selbst ein Bild. ;) Aber egal, zu welchem Schluss man kommt, tolle Fische sind es allemal.

    Liebe Grüße

    Swen

  • Nach den Biotopaufnahmen will ich natürlich die beobachteten und gefangenen Fische zeigen.

    Der Biotop konnte dabei in drei Teile eingeteilt werden. Den Oberlauf, die Stromschnelle bzw. Wasserfall und den Unterlauf.

    Im Unterlauf waren vor allem Salmler und Krobia zu finden. Anbei einige Beispiele:

    Natürlich gab es wieder Spritzsalmler, allerdings wichen diese in der Färbung ab und ich vermute, es handelt sich um Copella cf. eigenmanni und

    natürlich Bryconops

    In den Stromschnellen selbst waren Guyanancistrus zu finden:

    Dank Christophs Fotokunst bekamen wir auch einige schöne Unterwasseraufnahmen. In den kleinen Pfützen neben dem Wasserfall fanden sich dann auch Eierlegende Zahnkarpfen. Hier ist natürlich Dieter der Experte.

    Analepsoides igneus - die habe ich schon aufgrund der zu erwartenden Größe im Biotop gelassen.

    Umso mehr habe ich mich dann über die Laimosemion agilae gefreut. Leider sprang ein Männchen bereits in der Unterkunft aus dem Becken und das zweite Männchen war leider mein einziger Verlust auf dem Heimtransport. Die mitgebrachten Weibchen erfreuen sich dagegen auch heute noch bester Gesundheit. Ich hatte da schon einmal ein Foto im Wettbewerb:

    Die Art würde ich bei einem erneuten Besuch auf jeden Fall wieder suchen wollen.

    Da ich nun mit den Bildern wieder am Limit bin lade ich erst einmal hoch und mache gleich weiter.

  • IMG_1933.jpgIm Oberlauf fehlten die Salmler komplett. Hier waren vereinzelt Eierlegende, aber in der Mehrzahl Buntbarsche der Gattung Krobia und zu meiner großen Freude auch Nannacara zu finden, wie man auf den nicht ganz so vorteilhaften Foto im Hälterungsbecken sieht.

    Hier eine Aufnahme später im Aquarium

    Leider entpuppten sich die vier mitgebrachten Jungtiere leider allesamt als Weibchen.

    Hier noch eine Aufnahme der Rotaugenkrobia (ne) ;). Ich finde sie auch äußerst schön.

    Soweit von mir. Weiter geht es noch mit ein paar weiteren Impressionen am Crique Fourgassier: