Befestigung von Wurzeln im Aquarium

  • Hallo zusammen,

    für mein Subtropen-Becken habe ich viele einheimische Wurzeln verwendet. Ich bin kein Freund von dauerhaft verklebten Einrichtungsgegenständen an den Aquarienscheiben, egal ob künstl. Rückwand, Module, Steinplatten oder was auch immer.
    Wie also die vielen einzelnen Wurzeln befestigen? Bei dem großen Baumstumpf half es, ihn so passend abzusägen, dass ich ihn unter die Seitenstrebe klemmen konnte. Aber für die vielen kleineren Wurzelstücke mußte eine andere Lösung her.


    Im großen Becken habe ich hierzu flache Platten von Taunusschiefer verwendet, Löcher durch gebohrt und die Wurzeln von hinten mit Edelstahlschrauben festgeschraubt. Diese Platten habe ich dann auch unter die Streben geklemmt oder von vorne mit schwereren Steinen gestützt. Verbleibende Zwischenräume verschwinden im Dunkel oder hinter Algen. Zusätzlich sind diese Stellen durch zerknülltes und wieder glatt gestrichenes, braunes Packpapier kaschiert. Das ergibt für mein Empfinden eine natürliche Rückwand, mit viel Struktur, Spalten und teils Hinterräumen, die durchschwommen oder als Rückzugsorte genutzt werden können (ob es in Uruguay wirklich Taunusschiefer an den Flußufern gibt, kann ich natürlich nicht sagen :/).
    Nachteil ist, dass durch die nicht so dünnen Stücke einiges an Platz verloren geht.

    Diesen Nachteil wollte ich im kleineren Becken nicht hinnehmen. Daher habe ich hier dünne Schieferplatten (60x40cm) genommen, wie sie im Dachdeckerbedarf zur Verkleidung von Kaminen verwendet werden. Trotz der geringen Dicke (wenige mm) sind sie sehr stabil und lassen sich mit einer kleinen Flex gut auf die passende Größe bis zur Strebe schneiden. Wieder durchgebohrt, etwas ansenken und verschrauben. Nun kann die ganze Platte flach an die Aquarienscheibe gestellt werden, benötigt kaum Platz, ist matt schwarz und strukturiert. Dies ergibt eine schöne Rückwand und auch den MKIF habe ich so verkleidet. Das finde ich ansprechender als eine glänzende schwarze Folie oder schwarzes Glas und bietet eine gute Unterlage für Algen. Mit etwas Geschick kann man noch Aufsitzerpflanzen in die Ritzen bekommen.

    Und bei einer eventuellen Beckenumgestaltung bekommt man beide Lösungen einfach, rückstandslos und ohne Beschädigung der Scheibe wieder raus. Der Aufwand hierfür ist wirklich vertretbar und würde mich nie zur Silikontube greifen lassen.

    VG Udo

  • MOIN Udo ! Gruß aus der Münsterland Hitze.. Danke für deine Bilder. Man merkt, der Mann ist wirklich mit HERZBLUT

    bei der Sache und will alles gut planen vor Einzug der Fische und Pflanzen ! Meine Anerkennung, das Gute am nassen Hobby-

    der Fantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt und auch alles Geschmacksache. Du hast nun doch sehr feingliedrige Äste

    im Becken, bei mir sind das dann schon andere Kaliber. Viele große Wurzelstücke haben aber auch im Laufe der Jahre durch

    die Bearbeitung / Sägewerk ! Der Welse gelitten. Bei mir ist wirklich nix v erschraubt oder auch verklebt ! Mein Pacu ist ja jetzt weg,

    jetzt bin ich mal nach langer Zeit mit Pflanzen angefangen, muss auch noch die ein oder andere Mutterpflanze mit den Wurzeln

    verbinden mit Kabelbindern... Du berichte dann auch gerne weiter, ich lese mit Spannung !! Schönes Wochenende, Claus:-)/~

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Hallo Udo,

    das sieht sehr spannend aus. Schließt das mit der Glasscheibe dicht?

    Würde mich interessieren, ob da nicht Dreckecken entstehen oder sich eventuell Insassen verklemmen können?

    Liebe Grüße

    Swen

  • Hallo Swen,

    da nicht mit Silikon verklebt ist es natürlich auch nicht "dicht".

    Beide deiner Bedenken sehe ich persönlich nicht so eng.

    1. Verklemmen

    Die groben und unregelmäßig gebrochenen Schieferstücke sind teitweise nur angelehnt und dort sind größere Hohlräume, wie sie sicher auch in der Natur vorkommen. Ist auch für die Höhlenbrüter gedacht. Aktuell brütet ein Ancistrus darin.
    Einen Fisch, der in natürlicher Einrichtung den Rückweg nicht gefunden hat, habe ich in meiner langen Aquarienzeit noch nicht erlebt.
    Der einzige Verlust dieser Art war ein ausgewachsener Ancistrus der gegen die Strömung in eine Tunze Turbellle (damals noch ohne Schutzgitter) geschwommen und im Propeller hängen geblieben ist. Das hat mir natürlich Leid getan.
    Sollte wirklich mal ein Fisch zwischen Steinen verklemmen, übernehmen die Ancistrus, Schnecken und Destruenten den Rest..
    Die Dachdeckerplatten liegen eng an. Da diese aber nicht völlig eben sind, kann es zu Zwischenräumen von 1-3mm kommen. Da könnten höchstens Larven dahinter kommen.

    2. "Dreck"

    Also meine Becken sind weder klinisch rein und auch nicht keimfrei, noch verwende ich Invitro-Pflanzen und habe einige aus fremden Aquarien.
    Durch Keschern in meinen Bottichen und Gartenteich kommen sicher auch viele Lebewesen in meine Aquarien, die es in "sauberen" Becken nicht gibt. Auch Algen dürfen sein, solange sie meine Optik nicht stören.
    Für die Biologie in den Becken habe ich da nie Nachteile gesehen. Ich hatte noch nie Planarien Egel oder sonstige unerwünschte Bewohner. Ich halte den "Dreck", ich nenne ihn lieber Mulm, sogar für sehr nützlich. Hinter den HMF ist der nach Jahren sogar cm-hoch und erst dann sauge ich ihn ab. Käme auch nie auf die Idee, den Schaumstoff aus dem Filter in die Waschmaschine zu packen. Mulm ist eine nützliche Besiedlungsfläche für überwiegend nützliche Bakterien.

    Was kann also evtl. Mulm hinter Platten, der von den Welsen und Schnecken umgeschichtet wird und vom Wasser durchströmt werden kann, Schlimmes in 1100l passieren? Was nach vorne komm landet im Filter oder wird irgendwann abgesaugt. Und die Optik stört er nicht, weil ich evtl. Mulm ja nicht sehe:)

    Sollte ich beim seltenen Durchwühlen des Sandbodens mal anaerobe Bereiche finden, würde ich sicher eine größere Reinigungsaktion machen. Aber damit habe ich bis Jetzt keine Probleme.

    Ich weiß, dass viele Aquarianer das sicher anders sehen, aber ich erfreue mich an meinen etwas natürlicheren Aquarien. Solange es den Fischen gut geht und mir das Aussehen gefällt, ist für mich alles gut.

    VG Udo