Corydoras pygmaeus Nachzucht?

  • hallo




    ich bräuchte mal eure hilfe und zwar will ich meine 7 zwergpanzerwelse nachziehen weiß aber nicht wirklich wie ......


    ich habe mir ein 19liter becken genommen und diese dort nun reingesetzt ... in dem becken sind 1schnell zusammengebastelter filter,eichenblätter,erlenzapfen und javamoos


    was soll ich nun weiter machen ?? brauchen die racker licht über die zeit oder nicht??


    freue mich schon auf eure antworten






    mfg simon :-)/~

  • Bei Corydoras im allgemeinen gibt es eine Methode die schon seid EWIGKEITEN gern von Züchtern angewandt wird, auch bei Hobbyaquarianern hat er sich schon tausendfach bewehrt. Das Geheimnis ist ein umfangreicher Teilwasserwechsel mit :!: kaltem Wasser :!: also nicht tempariert sondern kalt aus der Leitung oder eben aus Deinem Osmosewasserauffangbehälter.Corydoras vertragen ohne Probleme Temperaturstürze von 10 °C und mehr...Bei kleineren Arten probier es etwas vorsichtiger, bei 19 Liter fang mit 5 Litern an, dann beobachte die Tiere ob eventuell zwei oder mehr Tiere anfangen ein einzelnes Tier zu bedrängen (Corydoras "vergewaltigen" ihre Weibchen) sie sollten lebhaft umherschwimmen...falls das der Fall ist kannst Du zwei Tage später einen erneuten Versuch starten und 7 Liter altes Wasser gegen kaltes Wasser austauschen.Auf Licht würde ich verzichten oder nur ganz wenig Licht verwenden, es reicht wenn Du die Sache mit ner Taschenlampe verfolgst, biete den Tieren ein paar Verstecke aber in der Regel werden sie an einer Aquarienscheibe laichen, vorzugsweise recht Bodennah...Verwende kein Bodensubstrat das erschwert später bei Erfolg das Aquarium "Keimarm" zu halten...Ich würde nicht allzuviel Falllaub einbringen...dadurch das Du des öfteren Wasserwechsel machen musst hast Du das Problem mit einem zu stark variierenden pH-Wert und das ist nicht sooo vorteilhaft!!!


    Viel Erfolg


    Mit bestem Gruß,


    Peter

  • He Simon,


    wie schon erwhänt richtig anfüttern...am besten ist "fettes" und/oder lebendes Futter. Ordentlich Artemia-Nauplien und Frostfutter, dann die Wasserwechseln machen. Nach einigen Tagen die Elterntiere entfernen und beobachten was sich tummelt :rolleyes:


    Eine Frage stellt sich noch: Sind deine Tiere schon Geschlechtsreif?

  • Hi,


    zu Beachten wäre meiner Meinung nach noch, daß die C.pygmaeus schon etwas zarter besaitet sind, als so manche grössere Panzerwelse. Also mit einem Temperatursturz von 10°C wäre ich vorsichtig 8o . Ansonsten noch ein paar kleinblättrige oder feinfiedrige Pflanzen mit rein, dann sollte die NZ recht easy sein ;) .

  • Corydoras vertragen ohne Probleme Temperaturstürze von 10 °C und mehr...Bei kleineren Arten probier es etwas vorsichtiger, bei 19 Liter fang mit 5 Litern an, dann beobachte die Tiere...

    das man nicht wahllos kaltes Wasser in das Aquarium kippt sollte aber eigentlich jedem klar sein... :thumbup:

  • Hallo,


    kann man die Empfindlichkeit von Corydoras pygmaeus mit der von Corydoras hastatus vergleichen? Denn wenn ja, dann kann ich nur sagen, dass Torfi nicht viel Aufhebens gemacht hat:
    Als die Corydoras hastatus das erste Mal ablaichten, waren es fünf Mannchen und ein Weibchen in einem 63l-Standardbecken mit ganz normaler Tageslicht-Leuchtstoffröhre drüber. Die Temperatur lag bei ca. 25°C, das Wasser wechselt Torfi einmal wöchentlich zu 50% so wie es aus der Leitung kommt, auch im Winter (sehr kalt). Wir haben eine GH von ca. 10° und eine KH von ca. 6°, der pH ist bei 7-7,5. Torfi hat immer ein Seemandelbaumblatt im Becken. Bodengrund hat er drin: gemischten Kies, den wir eigentlich längst auswechseln wollten (gegen Sand). Aber dann fing das Larvengewusel an...
    Pflanzen gibt es auch, Vallisnerien und Wasserpest, sowie Moorkienholz und ein paar kleine Blumentöpfe als Verstecke. Sogar Beifische gibt es, ein Poecilia wingei Männchen und bis Vorgestern drei Ancistrus sp. "Aquarium". Dann sind zwei Ancistrus in Birtes Aquarium unterm Bett umgezogen.
    Futter gibt es gemischtes: Cyclops und rote Mückenlarven als Frostfutter gab es vor den ersten Larven, danach nicht mehr, stattdessen Cyclop Eeze. Und über die ganze Zeit gibt es Söll Shrimp Sticks, sera Vipachips und diverse pflanzliche Welstabs (eigentlich Ancistrusfutter, aber ich geh davon aus, dass alle auch mal vom anderen "naschen").


    Das Ergebnis: Die ersten kleinen bei Torfi geschlüpften Larven sind nun fertige "Panzis", nur in sehr klein (halb so lang wie die großen Männchen), und es wuseln viele weitere Larven in unterschiedlichen Reifegraden im Becken herum. Torfi meint selber immer: "Ich hab doch gar nix besonderes gemacht..."


    Also, wenn die beiden Arten vergleichbar sind vom Aufwand für die Vermehrung (von der Größe her sind sie es ja), dann kann das mit den Corydoras pygmaeus nicht so schwer sein. ;)


    Liebe Grüße


    Melanie

    [bestand]1509[/bestand]
    Du bist panaqolusverrückt, wenn Du immer statt 200g Nudeln oder Mehl immer 204g, bei 300g immer 306g abwiegst.
    Du bist panaqolusverrückt, wenn Du in allen Bekleidungsgeschäften nach Ringelsocken suchst, auch wenn die grad total out sind.

  • Hi,


    also ich vermehre derzeit C. adolfoi.
    Die acht Alttiere schwimmen in einem 45l Becken, zusammen mit einigen roten Neons und Tatia perugiae. Eigentlich sollte keine der Arten in das Becken... Aber da das große immer noch nicht fertig ist...
    Ich hab in dem Becken sehr weiches Wasser, Kh 1-2, LF ~200µS.
    Die Tiere bekommen JBL NovoTabs und nachts immer Mülas (alle Farben) oder Artemia, als Frost.
    Sie Laichen meist nach einem Wasserwechsel von etwa 50%, wobei ich es so halte, dass die Temperatur meist nur so 2-3° absinkt. Mehr will ich den Jungfischen im Becken nicht zumuten. Und da es auch so klappt...;)


    Die Larven ernähren sich bei mir von dem, was sie im Becken finden. Meint: Mulm und feinstes Flockenfutter. Letzteres rüste ich mir diversem anderen Kram wie dekaps. Artemia und Spirulina auf (alles kleingemörsert)
    Nach inzwischen etwa 3,5 Monaten sind die ältesten Jungfische schon gut 3cm.


    Noch kurz zur Einrichtung: Ich habe eine feine Sandschicht auf dem Boden, ein paar Wurzeln und Schiederplatten als Unterstand drin, und einen riesen Batzen Javamoos, den ich regelmäßig ausdünnen muss. In dem wachsen auch die Larven auf, bis sie schon als Jungfische erkennbar sind. Oder zumindest entdecke ich sie wenn nur da^^


    Felix

  • Hallo,


    meine Erfahrung ist auch die, das es mit einer Temperaturabsenkung durch Wasserwechsel häufig gut klappt.


    Bei manchen Arten ist es aber sinnvoll, vorher eine Trockenzeit zu simulieren. Das sollten aber nur Leute machen, die sich mit Corydoras etwas besser auskennen.
    Das funktioniert so, das man keinen Wasserwechsel mehr macht, auch kein verdunstetes Wasser nachfüllt. Die Temperatur sollte dabei um 2-3 Grad erhöht werden.
    Da so die Gefahr einer Wasserverschlechterung sehr groß ist, muß man die Fische (fast) verhungern lassen, um das Wasser nicht noch zusätzlich zu belasten. Evtl muß eine feine Durchlüftung angebracht werden.
    Diesen Zustand muß man aber 2, besser 3 Monate anhalten lassen, sonst wäre das keine Simulation einer Trockenzeit.


    Danach fängt dann mit Wasserwechsel und einer sehr guten Fütterung an. Die Weibchen setzen dann sehr schnell Laich an. Und dann nur noch kaltes Wasser beim Wasserwechsel rein, und schon sollte es klappen.

  • Hallo Simon,


    die Geschlechtsunterschiede sind bei Corydoras pygmaeus nicht so leicht zu erkennen.


    Die Weibchen werden ein ganzes Stück größer und haben deutlich mehr Bauchumfang.
    Wenn Du es schaffst, Dir die Bauchseite mal genau anzusehen, siehst auch einen Unterschied bei den Bauchflossen: die sind beim Weibchen rund und beim Männchen spitz auslaufend.


    Für eine erfolgreiche Zucht ist es immer gut, wesentlich mehr Männchen als Weibchen anzusetzen.

  • Hi,


    wenn man sich mal das Verbreitungsgebiet der Gattung Corydoras (nahezu ganz Südamerika) und das jeweils dort vorherrschende Klima anschaut, sollte eigentlich schnell klar sein, dass allgemeine Tipps für Haltung und Zucht für alle Corydoras-Arten ziemlich sinnfrei sind.
    Wasserwechsel mit kaltem Wasser funktioniert bei einigen bis vielen Corys zwar gut (vor allem bei den ständig nachgezogenen Arten wie C. aeneus und C. paleatus), es gibt aber auch einige Arten, wo dies gar nichts bringt oder sogar kontraproduktiv ist.
    Viele Arten (darunter auch C. pygmaeus) sind Dauerlaicher, d.h. bei geeigneten Bedingungen (abwechselungsreiches und gehaltvolles Futter, passende Wasserwerte,...) laichen die über einen längeren Zeitraum immer wieder ohne jegliche Stimulation ab, hier sind starke Änderungen gar nicht erforderlich. Es kann auch sein, dass die kontinuierlich das ganze Jahr über ablaichen, aber dementsprechend sind hier auch die Eizahlen recht gering.


    Männchenüberschuss ist vor allem bei Arten wichtig, die sehr viele Eier legen, was bei C. pygmaeus ganz sicher nicht der Fall ist; schaden wird es vermutlich aber auch nicht.
    Wenn die Weibchen von zu vielen Männchen gleichzeitig bedrängt werden und diese sich gegenseitig bei der T-Stellung stören und damit die Befruchtungsrate der Eier sich verschlechtert, kannst Du immer noch die Anzahl der Männchen reduzieren (hatte bislang selber noch keine C. pygmaeus, daher weiss ich nicht wie "wild" die sind).


    Die Größe der Art sagt auch nichts darüber aus, wie gut kräftige
    Temperaturstürze verkraftet werden. Bei den nicht gerade kleinen C.
    pulcher würde ich z.B. dringendst davon abraten.


    Gruß,
    Karsten

  • Hi,


    Karsten hat das auf den Punkt gebracht, es gibt kein Patentrezept für die Corydoraszucht sondern eine ganze Latte an Massnahmen die Panzerwelszüchter nacheinander abarbeiten bis sie Erfolg haben.
    Das fängt bei einer gezielt gehaltvollen Fütterung an und hört bei Hardcoretrockenzeitsimulation auf.


    Pygmäen haben bei mir nie viel Arbeit gemacht, die haben eh immer mal ohne nachvollziehbaren Grund geeiert aber da kommt nicht viel bei rum. Besser gings wenn ich 2 Tage vor einem normalen WW ordentlich mit Grindal gefüttert habe, da hat sich das Eiersuchen gelohnt (relativ gesehn, viel wars auch nie im Vergleich zu anderen Arten)

  • Hallo


    Meine beiden Vorredner habens auf dem Punkt gebracht. Ein Patentrezept gibts da nicht. Meine Aspidoras Eiern pro Woche etwa 25-30 Eier ohne groß Aufwand zu betreiben. Sammeln tu ich da schon lange nicht mehr weil immer Junge durchkommen. Bei den anderen Arten hab ich extra Becken mit rund 100 Liter Inhalt für eine Gruppe von etwa 10-15 Tieren. Meine Becken besitzen alle eine dünne Schicht Bodengrund der zumeist aus Spielsand besteht. Hiermit fahre ich deutlich besser als ohne Bodengrund. Ohne Bodengrung muß man ständig abpinseln und absaugen sonst bekommen die kleinen Infektionen. Dafür fehlt mir leider die Zeit weswegen ich die ander Variante mit Bodengrund bevorzuge. Hier bildet sich sofort Mulm in dem die Jungen zusätzliches Futter finden. Ich mache das jetzt seit etwa 20 Jahren so und bekomme genau soviel Junge hoch wie mit der Intensivmethode.
    Übrigens fressen viele Panzerwelsarten ihre Eier nicht weswegen ich bei einigen zu extensiver Zucht übergegangen bin. Bei meinenem 7ener Trupp Corydoras melanotaenia "Green Stripe" erziele ich bei zwei Regenzeiten etwa 400 Junge auf diese Weise. Früher hab ich die Eier umgesetzt was zu Verlusten über 50% führte. Dann hab ich die Zuchttiere umgesetzt was diese mit Beendigung der Laichzeit quittierten. Hier hat also die extensive Zucht durchaus zu besseren Ergebnissen geführt. Ein anderer Punkt der mir noch viel wichtiger erscheint: Panzerwelse, egal welcher Gattung sie zugehörig sind sind durchaus soziale Tiere mit einem gewissen Drang zur Brutpflege. Bei den von mir gehaltenen acht Arten konnte ich die Weibchen immer beim putzen der Gelege beobachten. Dabei werden durchaus Eier gefressen, diese sind aber in der Regel unbefruchtet oder verpiltzt. Meist wird dann noch das danebenliegende Ei mit verspeißt was wohl eine Infektion anderer Eier verhindert. Versuchts mal damit, ihr werdet stanen was die kleinen alles so draufhaben.


    Gruß Micha

  • Hallo,


    also ich wünsch dir auf alle Fälle viel Glück bei deinem Panzis.


    Gestern haben meine C. hastatus schon wieder abgelaicht. :D Hat mich schon gewundert, daß die adulten Panzis so quirlig im Becken umhergeschwommen sind. Bis ich dann gesehen habe, wie das Weibchen anscheinend ein Ei an der Unterseite eines Holzstücks ablegte. So hatte ich das selber noch nicht gesehen. An der Scheibe des Aquariums hingen dann später auch noch Eier.


    Aber wenn das so weitergeht, wirds bald ein wenig eng in meinem kleinen 60L Becken. :whistling:


    Gruß

    In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt!
    George Orwell in 1984