Alles über Blaualgen / Cyanobakterien

  • Hallöchen!


    Da es ja immer mal wieder Probleme mit Blaualgen gibt, habe ich hier mal die wichtigsten Dinge zu diesem Thema zusammengefasst:


    Blaualgen oder Cyanobakterien sind eine Abteilung der Domäne "Bacteria". Im Gegensatz zu anderen Bakterien sind sie aber in der Lage, oxygene Photosynthese zu betreiben.
    Blaualgen sind also keine echten Algen, da sie keinen Zellkern besitzen und somit nicht zu den Eukaryoten Zellen, sondern zu den Prokaryoten zählen.
    Es gibt sie seit mehr als 3,5 Millionen Jahren auf der Erde, damit sind sie eine der ältesten Lebensformen überhaupt.
    Insgesamt gibt es etwa 2000 Arten in 5-7 Ordnungen, von denen Arten der Gattung Oscillatoria ("Schwingalgen") am häufigsten im Aquarium vorkommen.


    Blaualgen sind überall. Das heißt, dass sie vermutlich latent in jedem Aquarium vorliegen, aber in den meisten Becken einfach nicht zum Zuge kommen. Ein Befall mit einem schmierigen Algenfilm kann also immer und überall
    vorkommen, wenn die Cyanobakterien ihnen zusagende Bedingungen finden. Diese können schnell vorliegen, wenn die in einem Aquarium vorliegenden "positiven" Bakterien aus irgendeinem Grunde geschwächt sind. Sie können dann
    der Invasion der Blaualgen nicht mehr entgegenwirken und sie somit auch nicht aufhalten. Ein Befall kann allerdings bei allen Wasserwerten vorkommen, so dass durch Wassertests kein Blaualgenbefall nachzuweisen ist, oder durch einen
    Wasserwechsel eine Bekämpfung möglich wäre.


    Was macht die Cyanobakterien aus?


    Blaualgen betreiben Photosynthese in Thylakoidmembranen, die ähnlich wie die Chloroplasten bei pflanzlichen Zellen funktionieren. In diesen befindet sich Chlorophyll a und ein Antennenkomplex mit Phycocyanin (blau) und Phycoerythrin
    (rot), welche auch die typische Färbung der Blaualge ausmachen. Durch ein stark unterschiedliches Verhältnis dieser Pigmente in den unterschiedlichen Blaualgenarten kommt es zu höchst unterschiedlichen Färbungen, die von blau über
    rötlich bis hin zu schwarz reichen können. Phycocyanin und Phycoerythrin besitzen eine deutlich bessere Effizienz in der Lichtverwertung als Chlorophyll, wodurch sie auch in starken Schwachlichtbereichen Photosynthese betreiben können.


    Einige Blaualgenarten sind in der Lage, "Stickstofffixierung" zu betreiben. Hierbei wird Stickstoff (N2) zu Ammonium (NH4+) umgewandelt. Auch einige in Aquarien vorkommende Arten besitzen diese Fähigkeit. Umstritten ist jedoch, ob sie
    diese auch in einem Aquarium anwenden können. Denn die Stickstofffixierung ist ein sehr energieaufwändiger Prozess, der anoxische oder gar anaerobe Verhältnisse erfordert. Ein solcher Zustand sollte in einem Aquarium niemals vorherrschen, und wenn dies doch der Fall ist, dürften die Blaualgen dann doch das geringste Problem sein ;) Der Prozess der Stickstofffixierung erfordert ebenfalls Unmengen an Stickstoff und Phosphat. Und gerade Phosphat ist in einem Aquarium nicht unbegrenzt verfügbar.


    Es wurde nachgewiesen, dass die meisten Cyanobakterien Toxine ausscheiden. Das bekannteste ist Microcystine, außerdem werden Neurotoxine und giftige Aminosäuren produziert. Zu Zeiten einer starken Algenblüte führten diese Giftstoffe,
    die über Fisch und Muscheln in den Nahrungskreislauf gerieten, schon zu tödlichen Vergiftungen beim Menschen.


    Klar, dass das keiner in seinem Aquarium haben möchte!


    Wie erkenne ich Blaualgen?


    Allgemein erkennt man Blaulagen als eine blaugrüne bis blauschwarze Masse. Unter dem Mikroskop würde man bei ihnen keinen Zellkern, keine Mitochondrien, keinen Golgi-Apparat und auch keine Chloroplasten sehen, wie sie bei "normalen"
    Algen vorliegen würden. Besonders markant ist der Geruch der Blaualge. Er ist sehr streng. Wer den geruch kennt, kann allein durch das Halten der Nase über dem Aquarium feststellen, dass es sich um Blaualgen handelt. Desweiteren bleibt dieser Geruch auch hartnäckig an den Händen kleben, wenn die Algen angefasst wurden, und geht auch meist nach dem Händewaschen nicht weg.
    Ein weiterer Weg, Blaualgen zu identifizieren, ist es, ein paar Brocken in ein sauberes Gefäß abzusaugen. Nach 24 Stunden (mit Licht) wird man dann ein Wachstum um die abgesaugten Stücke feststellen. Alle anderen Algenarten besäßen
    keine weitere Ausbreitung. Nach einigen Quellen muss es sich nicht einmal um einen Eimer handeln, auch feuchter Beton würde schon ausreichen, damit sich die Blaualge weiter ausbreitet.


    Blaualgenblüte?


    Es werden verschiedene Arten von Blaualgenblüten beschrieben. Die bekannteste und am schwersten zu bekämpfende Blüte bildet einen alles überwuchernden Schmierfilm, der, im Extremfall, den gesamten Boden und sämtliche Einrichtung überzieht. Daneben gibt es aber auch eine Spielart, die lokal begrenzt nur an der Oberfläche vorkommt, meist zwischen schnellwüchsigen Schwimmpflanzen oder Riccia-Polstern. Diese sind deutlich leichter zu bekämpfen als der hartnäckige Bodenfilm.

  • Bekämpfung von Blaualgen - Was hilft wirklich?


    Die gerade benannte "leichte" Form des Auftretens ist relativ leicht zu beheben. Zunächst ist zu überlegen, was denn da eigentlich passiert ist. Es gibt drei verschiedene Theorien, warum sich ausgerechnet an dieser Stelle eine Blaualgenblüte
    eingestellt hat. In der ersten heißt es, dass manche Cyanobakterienarten eventuell eine Anpassung an extrem nährstoffarme Lebensräume durchgemacht haben. Zwischen diesen Pflanzen gibt es nun viel Licht, wenig Strömung und sehr nährstoffarmes Wassser. In diesem Milieu gibt es keine Konkurrenz für die Bakterien, sie können sich ungehindert ausbreiten. Eine andere Theorie besagt, dass Grenzflächen udn Oberflächen eine negative Ladung besitzen, welche organische Stoffe wieein Magnet anzieht. So bildet sich an dieser Stelle ein Biofilm aus Bakterien, Kleinstlebewesen und eben auch Blaualgen. In der letzten, und ür mich sinnvollsten Theorie, wird davon ausgegangen, dass durch das Pflanzenwachstum an der Oberfläche ein Bereich mit sehr wenig Wasserbewegung entsteht. Wenn nun zusätzlich in diesem bereich Trockenfutter eingestreut wird, welches dort liegenbleibt und vergammelt, entsteht an dieser Stelle eine Art Minibiotop, welches die idealen Bedingungen für Blaualgenwachstum bietet.


    Diese Form ist wie gesagt leicht zu bekämpfen. Es sollte einfach der Blaualgenherd und die Pflanze herausgenommen werden. Da die Cyanobakterien stark an das hier vorherrschende Milieu gebunden waren, und im Rest des Aquariums kaum Fuß fassen können, dürfte damit das Thema gegessen sein, und kein weiterer Befall entstehen.


    Schwieriger wird es dann bei der "schweren" Form, dem dunklen Algenteppich. Diesbezüglich haben sich mehrere Methoden eingebürgert, von denen aber nur wenige hilfreich sind. Die bekannteste ist wohl die Dunkelkur.


    Die Dunkelkur habe ich selbst bereits einmal durchgeführt, und kann daher ganz klar sagen: Ja, es funktioniert! Die Durchführung unterteilt sich in 8 Schritte, die wirklich alle durchzuhalten sind, weil es sonst nichts bringt!


    1. Etwa 70% Wasserwechsel durchführen. Dabei möglichst viele Cyanobakterien absaugen, damit man es insgesamt mit weniger
    "Feinden" zu tun hat. Außerdem belasten auch die abgestorbenen Bakterien stark das System Aquarium. Auch der Filter sollte
    unter fließendem Wasser kurz ausgedrückt, nicht aber vollständig und klinisch gereinigt werden, denn auch hierin
    findet sich eine große Anzahl der zu bekämpfenden Bakterien.


    2. Für eine starke Durchlüftung im Aquarium mittels Membranpumpe und Ausströmerstein oder Diffusor sorgen. Während der
    Dunkelkur produzieren die Pflanzen keinen Sauerstoff, ganz im Gegenteil: Sie verbrauchen dann selbst welchen. Damit die
    im Aquarium beheimateten Fische nicht an der Oberfläche nach Luft japsen müssen, ist es besonders wichtig, genug Sauer-
    stoff ins Becken zu bringen!


    3. Bei Verwendung einer CO2 Anlage sollte diese abgestellt werden. In Dunkelheit wandeln die Pflanzen es eh nicht um.


    4. Das Aquarium für 4-7 Tage vollständig verdunkeln. Hierzu wird das Licht ausgeschaltet und das gesamte Aquarium mittels
    Pappe oder Laken, oder was sich sonst praktisches finden lässt gegen Tageslicht abgeschirmt. Durch den Lichtentzug wird
    den Bakterien ihre Lebensgrundlage genommen. Sie werden absterben.


    5. Nur falls sich im Becken Jungfische befinden, sollte etwa alle 2 Tage gefüttert werden. Hierbei darf kurzzeitig auch
    etwas Tageslicht isn Becken fallen, damit sie es auch finden :D Sollten sich nur ausgewachsene Fische im Aquarium
    befinden, kann getrost für die Zeit auf die Fütterung verzichtet werden.


    6. Bei sehr starkem Befall sollte etwa am dritten oder vierten Tag erneut ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden. Es
    sollten etwa 50% ausgetauscht werden. Ich selbst bin so verfahren, dass ich wieder die Blaualgen (bzw. das, was von ihnen
    übrig war) abgesaugt habe. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass auch bei dieser Tätigkeit nicht allzuviel
    Licht in das Aquarium fällt.


    7. Am sechsten oder siebten Tag wird das Licht wieder angestellt.


    8. Unbedingt an den nächsten beiden aufeinanderfolgenden Tagen einen Wasserwechsel von etwa 90% durchführen, um nun die
    abgestorbenen und noch vorhandenen Blaualgen zu entfernen. Wird dieser Schritt vergessen, wird sich sehr bald wieder eine
    Blaualgenblüte einstellen!



    Es gibt noch weitere Gerüchte, was diesen lästigen Befall helfen soll. Ich werde sie hier einmal kurz vorstellen. Allerdings habe ich selbst keinerlei Erfahrung hiermit und kann so nur das weitergeben, was ich im Internet dazu gefunden
    habe.


    A. Oft wird, wenn der Befall trotz guter Wasserwerte und nicht nachweisbarem Nitrat und Phosphor, entsteht, dazu geraten, eine Bekämpfung durch Düngung mit eben diesen Stoffen einzuleiten. Manchmal hilft dies sogar. Allerdings hilft es nicht direkt gegen die Bakterien, sondern eher gibt es den (schnellwüchsigen) Pflanzen neue Nährstoffe, durch die sie zum Wachsen angeregt werden. Dadurch werden die gewünschten Pflanzen wieder konkurrenzfähig. Wenn sich aber im Aquarium nur wenig (schnellwachsende) Pflanzen befinden kann dieser Versuch stark nach hinten losgehen und in verstärktem Blaualgenwachstum resultieren.


    B. Oft wird Ozon gegen Cyanobakterien empfohlen. Meinen Quellen zufolge hilft dies aber nicht, es scheint eher noch das Wachstum zu fördern.


    C. Auch UV scheidet als wirksames Bekämpfungsmittel aus. Es konnte keine Änderung festgestellt werden, auch nicht in Verbindung mit einem Diatomfilter.


    D. Es wurde auch versucht, durch Beschattung mit rotem Licht eine Besserung zu erzielen. Da allerdings die Blaualgen keine echten Algen sind, greift auch dieses nicht. Wie wir oben gesehen haben war dies eh ein hoffnungloser Versuch,
    da ja die Blaualgen Organellen besitzen, die eine deutlich größere Bandbreite des Lichts zur Photosynthese nutzen können, als die Chloroplasten der pflanzlichen Zelle.


    E. Als absolut nicht empfehlenswert empfinde ich den Tipp, eine Kombination aus 35%igem Wasserstoffperoxyd und Kaliumpermangat zu Verwenden. Beides allein bringt garnichts, doch in Verbindung miteinander sterben alle Blaualgen ab. Allerdings stirbt dann auch alles andere im Aquarium ab, weshalb dies wirklich nur bei komplett leeren Aquarien, ohne Bodengrund, Filter oder jedwede Einrichtung versucht werden sollte. Ich rate allerdings dringendst davon ab, da das Hantieren mit Chemikalien wirklich kein Spaß ist und schnell ganz böse in die Hose gehen kann.


    F. Es gibt auch Versuche, mit "Betaisodona" gegen diese Bakterien vorzugehen. Betaisodona ist ein Handelspräparat, dass im Prinzip den Wirkstoff Polyvinylpyrrolidon-Jod (PVP-Jod) trägt, welches zur Mundspülung oder zur Desinfektion kleiner
    Wunden genutzt wird. Der GEdanke dahinter ist, dass Blaualgen ja eigentlich Bakterien sind, und Bakterien werden eigentlich mit Antibiotika oder ähnlichem bekämpft. Dabei gehen aber dann nicht nur die schlechten, sondern auch die
    guten Bakterien kaputt. Jod hingegen ist weniger "schwer" als ein echtes Antibiotikum. Die Dosierung bei dieser Methode ist allerdings fraglich. Auch sollte man dieses Mittel niemlas in besetzten Aquarien einsetzen.
    Was die chemische Bekämpfung angeht, wird meist "Chloramphenicol" verwendet. Doch ob eine chemische Keule wirklich notwendig ist, wenn doch auch eine kurze Dunkelkur schon gegen die Blaualgen hilft, ist fraglich...



    Als einzige langfristige Methode, gegen Blaualgen vorzugehen, fand ich einen ganz interessanten Tipp. Hier wurde davon ausgegangen, dass Blaualgen nur in Aquarien auftreten, die "irgendwie nicht richtig funktionieren", denen also irgendwas fehlt, in denen ein schlechtes Milieu herrscht. Um dies auszugleichen, bzw. positiv zu verändern, nutzt der Autor "Weiherschlamm". Also Schlamm aus kleinen Teichen, der voll sitzt mit positiven Bakterien. Wer keinen Teich in greif-
    barer Nähe hat, kann theoretisch auch Wald- oder Gartenerde in ein Glas geben, mit Wasser aufgießen, dieses abstehen lassen und dann das überstehende Wasser ins Aquarium kippen. Die positiven Bakterien seien überall. Das Aquarienwasser würde sich dann zwar kurz trüben, aber dann auch schnell wieder klar werden. Als Dosierung empfiehlt der Autor etwa 100ccm Schlamm pro 100l Aquarienwasser. Dies ist aber wie gesagt eine "langfristige" Methode. Bei schon vorhandenen Blaualgen im Aquarium werden diese trotzdem weiter abgesaugt werden müssen. Die neuen positiven Bakterien können keine Wunder vollbringen, sie können nur dafür sorgen, dass den bösen, bösen Cyanobakterien ordentlich Konkurrenz gegeben wird.


    Quellen zum Nachlesen:
    http://www.aquamax.de/HG06UG04.htm


    http://www.afizucht.de/html/blaualgen.html


    http://de.wikipedia.org/wiki/Blaualgen



    Soviel von mir zu diesem Thema :) Ich hoffe, ich konnte alles einigermaßen richtig wiedergeben. Viel Erfolg bei der
    Bekämpfung!


    Fragen, Ergänzungen, Anmerkungen, Fehler? Freue mich über Anregungen!

  • Hi Sandra,


    ein großes Dankeschön an Dich für den sehr schönen Bericht und die mächtige Mühe die Du Dir damit gegeben hast! :thumbup:


    Ich erlaube mir, noch einige Dingen zu ergänzen.


    Es wurde zur Bekämpfung auch schon mit Salycilsäure experimentiert. Diese ist Hauptbestandteil der Aspirin Tablette. Teilweise scheint diese Methode erfolgreich zu sein, jedoch funktioniert das anscheined nicht bei jeder Blaualgenart. Das einstellen von Weidenästen ins Aquarium soll auch gut gegen Cyanos einsetzbar sein, da anscheinend das Wasser angesäuert wird und die Weide extrem Nährstoffzehrend wirkt.


    Zitat

    Als einzige langfristige Methode, gegen Blaualgen vorzugehen, fand ich einen ganz interessanten Tipp. Hier wurde davon ausgegangen, dass Blaualgen nur in Aquarien auftreten, die "irgendwie nicht richtig funktionieren", denen also irgendwas fehlt, in denen ein schlechtes Milieu herrscht. Um dies auszugleichen, bzw. positiv zu verändern, nutzt der Autor "Weiherschlamm".


    Das halte ich für durchaus plausibel, jedoch hätte ich bei Schlamm aus einem Weiher große Angst mir Krankheiten oder andere unliebsame Dinge einzuschleppen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Mulm aus einem problemfrei laufenden Aquarium eines bekannten durchaus den selben Zweck erfüllt! ;)

  • Zitat

    Ein großes Dankeschön an Dich für den sehr schönen Bericht und die mächtige Mühe die Du Dir damit gegeben hast! :thumbup:

    Dem kann ich mich nur anschließen. Danke für die Mühe und Arbeit die du Dir da gemachtt hast !

  • Hallo Sandra,
    top Bericht :thumbup::thumbup:


    Aus eigener leidvoller Erfahrung möchte ich noch ergänzen das bei mir nur eine Radikalkur geholfen hat. Die Blaualgen traten bei mir nach ein halbes Jahr nach der Beckeneinrichtung auf. Innerhalb kürzester Zeit war alles von blauem Schleim überdeckt. Die Dunkeltherapie hatte auch nach mehrmaliger Anwendung nicht angeschlagen. Wenn ich gedacht hab ich bin sie los, war nach wenigen Tagen wieder alles von dem Zeug überzogen. Ich hab dann als letzte Hoffnung alle losen Einrichtungsgegenstände gründlich gesäubert. Alle Pflanzen entfernt und einen großen Haufen Neuer eingesetzt. In den Filter habe ich noch Weidenrindenschnipsel getan.


    Das einstellen von Weidenästen ins Aquarium soll auch gut gegen Cyanos einsetzbar sein, da anscheinend das Wasser angesäuert wird und die Weide extrem Nährstoffzehrend wirkt


    Inhaltsstoffe der Weidenrinde sind Salicylalkoholglykoside ( Salicin, Salireposid, Salicortin, Fragilin, Picein u.a. ), Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe. Das Salicin wird im Darm zu Salicalalkohol und Glucose gespalten und dann in der Leber zu Salicylsäure ( C7 H6 O3, 2-Hydroxybenzoesäure ) umgewandelt.
    Vielleicht findet dieser Vorgang nicht nur im menschlichen Körper statt, sonder auch zum Teil im Aquarium und es werden dann neben Gerbstoffen (Ansäuerung) auch noch andere positiv wirkende Stoffe freigesetzt.
    Auf jeden Fall war ich sie danach los.

    Gruß Wolfgang [bestand]68[/bestand]
    Marathon = lustvoll pseudo sakraler Passionsweg.....man läuft im Leben nur rückwärts um anlauf zu nehmen

  • Im Mittelalter wurde tatsächlich "Weidenrindensud" gekocht, der dann quasi wie vorzeitliches Aspirin gegen Schmerzen, Fieber und Grippesymptome half. Man sollte also diese dummen, schnellwachsenden Pflanzen echt nicht unterschätzen ;)
    Wenn es meiner Katze schlecht geht, koche ich ihr das heute auch noch. Hilft super! Warum dann nicht auch gegen Blaualgen?


    Guter Tipp :)

  • Hi,


    der Thread ist zwar schon etwas älter, aber gerade gestern erzählte mir mein Fischkumpel, der für mehrere Aquarien die Wartung durchführt, dass er ein komplett befallenes Becken wieder frei von Blaualgen bekommen hat, indem er einige Seemandelbaumblätter in das Becken gegeben hat. Innerhalb weniger Tage haben sich alle Blaualgenbeläge aufgelöst.


    LG
    Reiner

  • Hallo Reiner,
    ist echt schwer vorstellbar.
    Wenns so einfach wäre würden die Leute ja nicht so einen Aufwand betreiben mit der Dunkelkur.


    Was ich mir allerdings vorstellen könnte wäre das es ein kleines Aquarium war und die Wasserwerte durch die SMBB stark beieinflusst wurden und das den Algen garnicht behagt hat.
    Aber eine solche Änderung der Wasserwerte dürfte in einem großen Becken mit einigen Blättern nicht machbar sein.

  • Hi Tino,


    das Thema lässt mir keine Ruhe, weil ich regelmäßig in Foren von Problemen mit Blaualgen lese.


    Neulich traf ich meinen Fischkumpel wieder und habe ihn nach dem damaligen Becken befragt. Es handelt sich um ein 500 L Becken mit Malawiseebuntbarschen besetzt. Das Becken steht in einem Altenheim und mein Kumpel hat die Wartung des Beckens im Auftrag, er pflegt das Becken also nicht täglich. Die Blaualgen hielten sich dadurch über Monate. Nachdem er die Seemandelbaumblätter in der empfohlenen Menge zugegeben hat, war der Spuk innerhalb einer Woche vorbei und es sind keine Blaualgen seitdem aufgetreten.


    Ein anderer Kumpel berichtete, dass er gegen Blaualgen Wolldecken einsetzt => d. h. Dunkelkur über 5 Tage, die Blaualgen lösen sich in dieser Zeit restlos auf.


    Es gibt also wirksame Mittel gegen Blaualgen, damit muss man sich wirklich nicht rumärgern. :-)/~


    LG
    Reiner

  • Hi,


    Hast du das aus den Quellen selebr zusammengeschrieben ?
    Hast dir dann echt Mühe gegeben.


    Habe noch ne Frage.
    Ich weiss im Moment nicht genau, aber war die Blaualge nicht die erste Lebensform auf der Erde überhaupt? Oder war das nahc einer riesen Katastrophe wieder die erste Lebensform? ich glaube letzeres.
    Dank der Blaualge gibt es ja Sauerstoff in der Atmosphäre. Es war ja alles nur Kohlenstoff und nirgends gab es Sauerstoff. Als dann endlich mal wieder Sonne auf die Erde kam hat sich die Blaualge gebildet und das Co2 im wasser in o2 umgewandelt und nach und nach die ganze Atmosphäre mit Sauerstoff gefüllt, sodass sich neue Lebnsformen bilden konnten.


    Grüße
    Markus

  • Hallo Markus,



    und was willst du uns damit sagen ?? Reiner, stellt hier nur Erfehungen rein die ihm von anderen mitgeteilt wurden !!


    Verstehe deinen Beitrag voll und ganz nicht ! Wenn du es doch besser weißt dann erläutere bitte !! Ich bin gespannt !



    Zum Thema, ich hatte auch Ansätze von Blaualgen und habe sie mit einer 7 tägigen Dunkelkur weg bekommen ! Ein nachfolgendes Wachstum war nicht zu erkennen !


    vg
    jens

  • Hi!


    Hatte mal in meinem Blog die Kaliumdüngung aufgeschnappt.
    Bei Flowgrow (Link folgen) gibts n Thread dazu.


    Bei mir persönlich hat die Dunkelkur auch sehr gut geholfen. Den Punkt "Funktionieren des beckens" erachte ich auch als sehr treffend.


    Gruß!

  • Hallo Daeva,


    sehr schöner Beitrag. Aber da haben sich einige Fehler eingeschlichen. Thylakoidmembranen sind nicht wie Chloroplasten der höheren Pflanzen, sondern sind Hauptinhalt der Chloroplasten. Man könnte ganz simpel (und natürlich etwas falsch) ein Cyanobakterium als komplizierteres Chloroplastid betrachten. Wo wir dabei wären, dass Cyanobakterien nicht über Organellen im engeren Sinne verfügen. Auch decken sie kein breiteres Spektrum des Lichtes ab, sondern einen anderen Ausschnitt, und auch nur in diesem sind sie effizienter als Grünalgen und "höhere Pflanzen".


    Aber dennoch sehr informativ, insbesondere der spätere Teil mit den Eigenerfahrungen. Aber normalerweise müsste eine UV-C-Behandlung helfen. Oder auch eine Spezialspektralbereichlichtzufuhr.


    LG AveN