Neue Erkenntnisse zu Heros severus

  • tatsächlich in die Richtung H. sp. "Inirida" geht bleibt abzuwarten. Ich denke eher nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher dass sich was die Anzahl der gültigen Arten innerhalb Heros sicherlich etwas ändern wird. Es wird und kann nicht bei nur vier Arten bleiben!

  • Hallo,


    so nun ist es wohl Amtlich. Peter Dittrich hat mit seinem Beobachtungen zu Heros severus Recht. Der Maulbrüter ist nicht Heros severus und somit unbeschrieben. Dieses haben nun W.Staeck und I.Schindler getan. Unser altbekanter und geliebter Maulbrüter heist jetzt Heros liberifer.


    Gruss Roland

  • Ja Roland...ist auch mal n schönes Gefühl trotz aller Kritik, Spott und Häme "Recht" behalten zu haben...Kommt ja auch nicht jeden Tag vor dass durch eine Theorie und einen Artikel in der DCG Info eines einfachen Aquarianers eine Art beschrieben wird...Aber auch Du hast ja maßgeblich dazu beigetragen mein Freund!


    Ach, übrigens wurde der Artikel auch in Amerika publiziert und wird und wurde auch dort stark diskutiert...


    Gruß,
    Peter

  • Hi Peter.


    Na dann zumindest ein größerer Teilerfolg. Wenigstens was. :thumbup:

    Grüße Bernd!


    "Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Haustür hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen wohin sie dich tragen."
    (J.R.R.Tolkien, Der Herr der Ringe)


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  • Hallo Peter,
    herzlichen Glückwunsch auch von mir.
    Bin gespannt wie das Ganze weiter geht.
    Was mich allerdings etwas stutzig noch macht an der These ""Heros sp. Uaupes" ist der echte "Heros severus"" :
    Wenn der Erstbeschreiber damals den "Severus" bei der Beschreibung zur Hand gehabt hatte, und dieser wie der Heros sp. Uapes aussah,
    dann hätte er aber den roten Keil mit beschreiben müssen. Soweit ich das weiß haben diese den roten Keil auch schon semiadult.


    Wenn du meine persönliche Meinung hören willst :
    Heros sp. Inirida ; Heros sp. Uapes ; Heros sp. Atabapo und Co sind alle sehr sehr eng miteinander verwandt, eventuell sogar nur Standortvarianten.
    Nach deiner Aufdeckung mit dem Maulbrüter und Severus würde ich auch sagen, dass diese eben genannten Heros unterschliedliche Standortvarianten vom Echten Severus sind.
    Ich hatte die Heros sp. Inirida und habe aktuell wieder 5 Wildfänge und bis auf den roten Keil weichen die nicht sonderlich von dem Heros sp. Uapes ab.


    Zudem habe ich noch Heros Wf aus dem Rio Jauaperi , einem unteren Negrozufluss. Diese haben auch erst auf den ersten Blick an die Heros sp. Uapes erinnert , inzwischen sehen die aber mehr nach notatus aus,
    aber auch dies nicht wirklich. Sieht mehr nach einer Übergangsform der beiden Arten aus.


    Pflegst du die Heros sp. Atabapo noch? Und die "Rotkeil-Severus :D " ?



    Gruß
    Dennis

  • ich glaube Du hast das am Anfang etwas unglücklich rübergebracht und deshalb kam es etwas falsch an?
    Aber Du siehst alles wird gut und deine Vermutungen auf Grund deiner Recherchen, Beobachtungen etc. haben sich doch bestätigt.....
    Gut gemacht, Glückwunsch zu Deinem Erfolg.
    VG
    Micha

  • Heckel hat H. severus (und alle weiteren Heros auch) anhand konservierter Exemplare durchgeführt, da waren keine Farben mehr zu sehen. Musst mal probieren wenn Dir mal ein Fisch stirbt, konserviere ihn, egal ob trocken oder in Alkohol - das einzige was halbwegs sichtbar bleibt ist das Bindenmuster - das gibt Heckel ja auch in seiner Beschreibung an. Klar bleiben je nach Alter des Präparates auch andere Merkmale sichtbar...Aber auch die Überprüfung der Standardzählwerte wie Hart- und Weichstrahlen passen was severus betrifft NICHT zum Maulbrüter also H. liberifer. Dieser hat in der Regel VX Hartstrahlen während die meisten anderen Heros XVI oder mehr Hartstrahlen in der Dorsale haben - gleiches gilt für die Zählwerte in der Anale - H. liberifer weist in der Regel VI Hartsstraheln in der Anale auf -die meisten anderen Arten VII oder VIII (es gibt natürlich Abweichungen innerhalb auch nur einer Art, aber statistisch gesehen ist das so - das gilt für die Mehrheit der untersuchten Tiere - zu diesem Schluss kommen nicht nur Staeck & Schindler sondern ich auch). Wer der echte Heros severus ist wissen wir bisher nicht, aber die Wahrscheinlichkeit das sich hinter severus Heros sp. "Uaupés" ( also sp. Casiqiare) verbirgt ist sehr wahrscheinlich. Diese Art / Form kommt auch im Casiquiare, Rio Negro und mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch im Atabapo vor. Was sich hinter Heros sp. "Inirída" verbirgt bleibt abzuwarten - aber ich denke nicht dass es sich um eine Lokalform von severus handeln wird. Heros sp. "Atabapo" hingegen gehört mit Sicherheit nicht dazu - das belegen DNA Untersuchungen. Dieser schwimmt übrigens bei Roland Rietsch nicht bei mir...!


    Hier mal ein paar Fotos eigener Präparate die nicht mal ein Jahr alt sind...


    Beste Grüße,
    Peter

  • Hi,


    du sprichst von Statistik, Abweichungen und so.
    Mich würde mal interessieren, wie viele Tiere jeweils untersucht werden, um zu sagen, wie viele Strahlen normal sind, und was die Abweichungen sein könnnen.

    Liebe Grüsse,
    Jeannot
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    Erfahrung ist eine nützliche Sache, leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte
    Sir Peter Ustinov

  • Ich persönlich habe in den letzten Jahren bestimmt 60 Fische untersucht...Aber selbst wenn Du von einer Art nur fünf Exemplare hast und vier davon weisen die selben Merkmale auf kannst Du schon einen statistischen Wert angeben. Allerdings ist das Auszählen der Hart - und Weichstrahlen nicht unbedingt das sicherste Mittel Arten voneinander abzugrenzen! Da kommen auch eine ganze Reihe weitere Methoden zum Einsatz. Das Vermessen von bestimmten Parameter, das Vermessen verschiedener Knochen, Augenabstand, Schnauzenlänge, Anzahl der Schuppen entlang der Seitenline, das Verhältnis zwischen Körperlänge und Körperhöhe, die DNA und vieles mehr... Wenn man aber Referenzwerte wie die aus den Erstbeschreibungen hat und dann im Vergleich anhaltenden Unterschiede feststellt kann man daraus durchaus Schlüsse ziehen. Ich habe eine ganze Reihe osteologische Vergleichsmessungen gemacht...oder auch Röntgenbilder verglichen. Wie gesagt Abweichungen gibt es immer. Aber wenn wie ich schon sagte viele von den untersuchten Individuen von denen man glaubt dass sie einer Art angehören dazu die selben Merkmale aufweisen kann man daraus Schlussfolgerungen ziehen.

  • Hi Peter,


    dass er die Tiere im konservierten Zustand beschrieben hat, habe ich mir schon gedacht und ich weiß wie die Tiere dann aussehen aber ich ging davon aus, dass er die Tiere zumindest selber gefangen hatte und somit live gesehen hat.
    Normalerweise schreiben sich die Fänger/Entdecker doch auch immer Sätze zur Lebendfärbung der Tiere auf. Somit hätte der Fänger des Typus Exemplar doch zumindest den roten Keil sich notiert sofern er ein Tier wie das aus dem Uaupes in den Händen hatte...


    Wenn der Heros sp. Atabapo laut DNA nicht weiter mit dem Uapes-Rotkeil/Severus verwandt ist, dann wird es der Heros sp. Inirida auch nicht sein. Euer sp. Atabapo sieht optisch nämlich wie meine aus dem Inirida aus und beide Flusssysteme (Atabapo und Inirida)
    sind sehr nah aneinander und sogar verbunden.
    Meiner Meinung nach sind aber meine ersten sp. Inirida trotzdem in der näheren Verwandtschaft zu den sp. Uaupes. Der Vertikalbindenverlauf ist so gut wie identisch und so weist das sonst keine andere Heros Form auf.
    Und letztendlich werden die Arten eh durch optische und anatomische Merkmale beschrieben und nicht durch DNA.


    Viele Grüße
    Dennis