Beiträge von vspatz

    Ich hab' noch was!


    Wir waren noch in den Montagne de Singes nahe Korou. Da gibt es einen schönen Rundwanderweg in einem bewaldeten Hügelgelände, der zwei Bäche kreuzt. Bei Gelegenheit kann man dort von einen hoch gelegenen Aussichtspunkt gut den Start von Raketen vom Weltraumbahnhof der ESA beobachten. Wir hatten natürlich anderes im Sinn.


    Aber zuerst einmal hält uns eine interessante Kröte auf..


    Den ersten Bach erreicht man schon nach wenigen hundert Metern. Er führt sehr wenig Wasser. In den tieferen Stellen sehen wir die obigatorischen Spritzsalmler Copella carsevenensis. Wir steigen neben dem Bachlauf den Fußweg hinauf. Im Wasser glitzern große Glimmerstücke.


    In einem tieferen Becken sehen wir wieder Krobia und eine größere Salmlerart.


    Hinter der Anhöhe erreichen wir den zweiten Bach, der sehr sumpfig ist. Der Wasserstand ist vermeintlich nur wenige Zentimeter hoch. Wir sehen Copella unter der Wasseroberfläche. Beim ersten Versuch ins Wasser zu gehen sinken wir knietief ein. Faulige Gase steigen auf. Wir haben Mühe einigermaßen einen sicheren Stand zu wahren, aber gleichzeitig die Fische mit dem Kescher zu überrumpeln.


    Mit dem ersten Kescherzug erbeuten wir ein Ich-weiß-nicht-was. Ein übergroßer Wasserläufer oder eine Stabschrecke?


    In diesem Gewässer fangen wir nach und nach etwa 10 Zwergbuntbarsche, indem wir den Kescher auf gut Glück durch mutmaßliche Unterstände führen. Es sind überwiegend Jungtiere, etwa 1,5 bis 2 cm groß. Wir tippen auf eine Nannacara-Art.

    Dieses größere, schöne Weibchen ist uns zuerst durch die Lappen gegangen. Später haben wir es dann endgültig gekeschert und die ganze Gesellschaft später mit nach Hause genommen.

    -phil- Mit gemütlich Kerschern hast du wohl eine falsche Vorstellung: :D

    Am Ende sieht man meistens aus wie Sau und ohne trockene, saubere Sachen steigt man so nicht ins Auto. Das Gute ist: das Wasser ist angenehm temperiert. ;)

    Diese Situationen werden in der Regel nicht im Bild festgehalten, weil man keine Lust hat die Kamera zu opfern und im Übrigen hat man keine (saubere) Hand mehr frei. Aber es macht Spaß!

    Auf dem Rückweg vom Oyapock halten wir am Crique Blanche zum zweiten Mal. Ein schönes Flüsschen, was sicher jeder Aquarianer kennt, der schonmal Französisch Guayana bereist hat. Wir fangen einige juvenile Apistogramma oder Nannacara. Wieder sind Bryconops zu sehen. Aber ansonsten scheint das Gewässer wie leer.


    Viel Spaß beim Schauen. Ein paar Bilder habe ich noch :-)/~

    Am Nachmittag brechen wir nochmal auf und fahren wenige Kilometer zurück, wo die Piste einen Bach, der sicher in den Oyapock mündet, kreuzt.

    Wie fast überall sehen wir knapp unter der Wasseroberfläche Bryconops umherjagen. Diese bei Tag zu fangen ist schier unmöglich. Bei Nacht jedoch kann man sie mit dem Teelöffel aus dem Wasser schöpfen.

    Uns gehen aber diese Fische ins Netz:

    Krobia mit schönen Farben.


    Etliche Nannacara aureocephalus (?) - Dieses Männchen und einige andere aus diesem Bach schwimmen jetzt in Aachen.


    Ein paar schöne Salmler. Wer kennt die Art(en)?

    Wir fahren weiter nach Saut Maripa. Dort gibt es einige Hütten, deren Wände jedoch schon von Wärmebedürftigen verheizt wurden. Wir haben dort wenigstens ein gutes Dach über dem Kopf und einen planen Estricht. Wir übernachten dort. Es ist eine wunderbare Stelle.



    Das Wasser des Oyapock ist warm wie in einer Badewanne. Wir schnorcheln ausgiebig und sehen viele Guyanacara und Loricariidae. Leider ist das Wasser recht trüb.


    Am nächsten Morgen unternehmen wir mit Joep eine kleine Rundwanderung, bei er er uns auch als Botanikexperte vieles erklärt.


    Epiphyten




    Großer Baumsteiger



    Ein kleiner Philodendron


    Philodendron-Blüte

    Ein Highlight unserer Reise war die Tour zum Grenzfluss Oyapock, auf der uns Joep begleitet hat.

    In St. George haben wir das Auto abgestellt und sind mit einer Pirogge nach Oyapock (Stadt) übergesetzt.


    Auf dem Weg, der N2, haben wir diese Krötennester in einem Überschwemmungsbereich gefunden. Das Bild ist nicht verändert. Die Farben sind wirklich so!

    Im linken Nest sind die Larven schon geschlüpft. Rechts befinden sich die Eier noch in ihrer Gallertmasse.


    St. George: Der schöne Wassertum im Hintergrund entschädigt für den Funkmast im Vordergrund.



    Die bekannte Brücke mal aus einer anderen Perspektive.


    Oyapock


    Stadtleben


    Wir stärken uns in einer Churasceria. Diese ist von Einheimischen sehr gut besucht.


    Billiard unter freiem Himmel


    Dann geht es auch schon wieder zurück. Eine Regenschauer müssen wir noch abwarten.

    Andere Mitbewohner der Lodge sind...


    Ein Laubfrosch in unserem Zimmer passt auf, dass wir nicht von Mücken belästigt werden. Es waren tatsächlich erstaunlich wenig Mücken während unseres Aufenthalts unterwegs.


    Winzige Pfeilgiftfrösche (höchstens 15 mm) in den Blumentöpfen.


    Rotfuß-Vogelspinnen. Die sollen ganz harmlos und friedlich sein. Wenn die tatsächlich zubeißen, soll es etwa wie ein Wespenstich sein.


    Eine kleine Korallenschlange hatte sich auch einmal auf die Terasse verirrt. Hier ist größte Vorsicht geboten!


    Ein wunderbarer Schwärmer am Nachttisch:

    In der Dunkelheit schwirren dicke Käfer um die Lampe auf der Terasse. Der ist noch ganz putzig.



    Das sind Engerlinge des Goliathkäfers, die der französische Dauermieter von Marijke und Joep hält. Schon eine andere Nummer!

    Wenn man von Cayenne die N1 nach Kouru fährt, kreuzt man hinter der Ortschaft Tonate den Crique Macouria. Der ist nahe an der Küste und entsprechend von den Gezeiten bestimmt. Wir halten direkt hinter der Brücke, da man dort das Wasser erreichen kann.


    Im seichten Wasser wimmelt es nur so von Lebendgebärdenden. Micropoecilia sticta? Im unteren Bild sieht man ein schöner gefärbtes Männchen. Dieselbe Art?

    Und ein Nanderbarsch hat sich beeilt ins Netz zu schwimmen.

    Dieter Ott : Wir haben bestimmt auch Weibchen von Laimosemion xiphidius gefangen. Aber diese Gattung hatte ich bis dato noch nicht auf dem Schirm. Später kommen noch Bilder aus Cacao, wo wir ebenfalls welche gefunden haben.

    Der nächste Ausflug führt uns über die D6 nach Kaw.


    Wir versuchen unmittelbar vor dem Parkplatz am Anleger im Wald unser Glück, da hier ein kleiner Bach unter der Straße durchführt. Die paar Schritte dorthin sind sehr sumpfig. Wir sinken tief ein und sauen uns so richtig ein. Überdies gibt es hier unzählige Mücken, die uns umschwärmen. Zum Glück haben wir Mückenschutznetze für den Kopf dabei. Da wir wegen der Dunkelheit im Wald Stirnlampen aufgesetzt haben, schwirren die Insekten ständig um unsere Köpfe. Aber es lohnt sich. Wir fangen drei verschiedene Arten Messerfische, Zwergbuntbarsche, Salmler, einen Maronibuntbarsch und einen anderen Buntbarsch, den ich noch nicht identifiziert habe. Weiterhin können wir Rivulus xiphidius neben anderen Killis ausmachen.



    Leider kein gutes Bild:


    Rivulus xiphidius


    Eine bunte Mischung:


    Auf dem Rückweg statten wir den Chutes de Fourgassier noch schnell einen Besuch ab. Leider dämmert es schon. Bilder sind kaum noch zu machen.

    In der Nähe der Brücke meinen wir größere Rivulus gesehen zu haben. Die Kamera hat sehr getrickst: Es war deutlich dunkler, als es hier den Anschein hat.



    So, genug für heute. Bald geht es weiter.

    Auf dem Weg zum Crique Gabrielle überquert man an einer Ansiedlung ein Bächlein, das sicher irgendwann in den C. Gabrielle mündet. Neben ein paar kleinen Salmlern und Zwergbuntbarschen gibt es auch anderes interessantes zu sehen:


    Crenicichla sp.


    Unser erster Rochen!

    Wir fangen unterwegs noch ein paar Fische:


    Zwei Raubsalmler (Crenuchus spirulus?) und Hyphessobrycon ?? oder Pristilla maxillaris? Ich rätsel noch.


    Die Beilbäuche sieht man im Sonnenlicht in Trupps durchs Wasser ziehen.

    Mit dem Kanu auf dem Crique Gabrielle sieht man die ganze Pracht der Wasserpflanzen und Tiere.


    Nymphea mit ihren Schwimmblättern


    Interessant auch die Schwimmblätter und Blüten von Cabomba.


    Libellen überall







    An ein Paar solcher Hühner konnten wir uns nur auf Samtpfoten heranpirschen. Hier das Männchen.


    Wenn man den Crique hinaufpaddelt gelangt man schließlich in eine Sumpflandschaft. Jetzt bei Nierdigwasser könnte man halbwegs trockenen Fußes darüberlaufen.

    Wir fangen Brachycalcinus orbicularis (habe ich nachgeschaut, ich hoffe das stimmt.)


    Gasteropelecus sternicla


    Nannostomus beckfordi. Hier gibt es auch einen Farbschlag mit auffallend goldenem Rücken.


    Hemigrammus sp. Wer kennt ihn? Sieht aus wie H. neptunus. Nur kommt der nicht hier vor. H. guayanensis sieht auf den Vergleichsbildern auch anders aus.


    Ein Nanderbarsch: Polycentrus schomburgkii


    Verschiedene Salmler. Gut genährt sieht anders aus!

    Der Crique Gabrielle. Während die Bäche in der Regel im dichten Wald verlaufen und wir zum Nachmittag oft schon die Taschenlampe bemühen müssen, weil das Blätterdach kaum einen Lichtstrahl durchlässt, hat der Crique Gabrielle einen ganz anderen Charakter. Die Sonne bescheint größtenteil die Wasseroberfläche. Man sieht überall Pflanzen im Wasser, die in den Urwaldbächen vollkommen fehlen. Wunderschön! Wir fahren zweimal zum Crique Gabrielle. Das zweite Mal haben wir ein Kanu dabei und fahren das Flüsschen hinauf.


    Der Bootsanleger direkt hinter der Brücke. Hier kann man gut Fischen und das Kanu zu Wasser lassen. Zum Einen ist Trockenzeit, andererseits ist der Crique Gabrielle dem Gezeiteneinfluss stark unterworfen. Wir messen jedoch bei Niedrigwasser und auch bei Wasserhöchststand etwa 40 µS/cm und eine Wassertemperatur von 27 bis 29 Grad.


    Die neue Brücke vor der alten vor der noch älteren. Mal schauen, wie lange die hält. Das Gefahrenschild der noch älteren ist jedenfalls noch da.

    Bambus ist hier nicht zu Hausem, sondern aus Asien eingeschleppt und ist mittlerweile eine Plage, der man kaum Herr wird. Joep berichtet, dass man versucht Hormone zu entwickeln, die den Bambus zur Blüte bringen. Nach der Blüte stirbt der Bambus ab.


    Ebenfalls beeindruckend und erschreckend ist das ehemalige Strafgefangenenlager in Bange des Annamites, das noch etwa 1940 von den Franzosen betrieben wurde. Hier wurden indonesische Gefangene unter grausamsten Bedingungen geknechtet. Wir erinnern uns an den Film Papillon. Hier ein Bild von den Zellen. 1,8 Meter lang, 80 cm breit. Das Bett ist eine Pritsche zum Runterklappen.


    Die Latrinen sind noch gut erhalten.

    Ok, es geht weiter.

    Mir ist aufgefallen, dass ich keine Bilder von den Hyphessobrycon copelandi gemacht habe. Die schwimmen jetzt auch bei mir und haben sich gut entwickelt. Sie kommen auch aus den kleinen Gewässern im Sentier de Bagne des Annamites. Ich schiess dann noch ein Bild aus dem Aquarium am Schluss. Erinnert mich daran! Die Bilder sind nicht ganz chronologisch. Manche Orte haben wir mehrfach besucht. Ich habe die Bilder geographisch sortiert.


    Übrigens haben wir fast alle Fische nach dem Fotografieren wieder in die Freiheit entlassen. Uns war schon nach dem ersten Fangtag klar, dass wir uns genau überlegen müssen, welche und wieviele Fische wir überhaupt in den Koffer bekommen und auch zuhause hältern können. Man muss sich schon sehr beherrschen! :love:8|


    Vielleicht sollte man die nicht anfassen.


    Hier noch ein paar Bilder vom Sentier de Bagnes des Annamites:


    Ein kleiner Hoplias:


    Ein Blick zur anderen Seite des Weges. Der Eindruck täuscht: unter der schmierigen Wasseroberfläche tummeln sich viele Fische, wie die Unterwasserkamera uns später zeigt.


    Zwischen den Nannacara jetzt auch ein Apistogramma (gossei(?).


    Wieder ein Hingucker!

    Am nächsten Tag fahren wir nach Regina. Auf dem Rückweg halten wir am Crique Jean Pierre. Das flache Wasser ist kristallklar (18 µS/cm, 29°C)

    Wir sehen Krobis, Bryconops und fangen auch einen Maronibuntbarsch, der sich zwischen den Krobia offensichtlich wohl fühlt.


    Bryconops sp.


    Im Tunnel unter der Straße verschlafen Fledermäuse den Tag.


    Morgen geht es weiter...