Hallo Daniel,
Das ist mal ein wirklich eindrucksvolles Projekt!
Aus welchem Material soll das Becken gebaut werden?
Wirst du um das Becken, oder zumindest seitlich dazu, laufen können oder wird nur die Front zugänglich sein?
Wieviel Platz wird über dem Becken sein?
Benötigst du so hohe Temperaturen und/oder hast du irgendeine Art von Abgrenzung des emersen Teils zum Rest des Raumes vorgesehen? Über 7m2 Grundfläche und solche Temperaturen sind von der Verdunstung her schon heftig, emerse Pflanzen setzen noch eins drauf.
Ich bin ehrlich gesagt wegen der geplanten Filterung, so ich sie denn richtig verstehe, etwas skeptisch, auch wenn ich die Idee grundsätzlich ziemlich spannend finde.
Ich habe es folgendermaßen verstanden:
An den beiden Außenseiten des Beckens wird Lava Granulat aufgehäuft, an den "Seitenscheiben" des Beckens dann je drei Luftheber installiert, die das Wasser durch das Granulat ansaugen sollen. Das Granulat ist also direkt das Filtermaterial. Dazu kommen Pflanzen, in den dem Granulat wurzeln und besonders die emersen Pflanzen sollen als Nährstoffzehrer dienen.
Wenn das so korrekt ist habe ich dazu folgende Gedanken:
Lava Granulat hat eine immens geringe Dichte (nach meiner Recherche bei 16-32 mm, und alles feinere erscheint mir ungeeignet) nichtmal 1,2 kg/l.
Sofern deine Granulathügel z.B. eine Neigung von 1:1 haben sollen wären das locker 500 -700 l Material, bei flacherer Ausprägung (so sieht es auf der Zeichnung aus) wohl auch leicht deutlich mehr. Das ist an sich aber auch erstmal egal.
Durch die geringe Dichte des Materials stellt sich mir die Frage, wie standfest das Ganze ist. Die winemilleri werden doch locker 25 cm lang. Wenn da mal einer ausholt könnte ich mir vorstellen, dass schon Granulat den Hang hinunter rollt. Das wäre vermutlich relativ unangenehm, weil man es nur schwer wieder sinnvoll rauf bekommen sollte mit Einrichtung, anderem Bodengrund und Pflanzen "im Weg".
Wenn Pflanzen darin Wurzeln wird es sicherlich zusammengehalten, aber es soll ja vermutlich auch kein dichter Dschungel werden. Ich frage mich auch, was das Wurzelwerk mit der Filterleistung anstellt, es würden ja zwangsläufig die Zwischenräume des Granulats durchwurzelt. Da soll ja aber Wasser fließen.
Auch findet die Nitrifikation ja nur im aeroben Bereich statt, also vermutlich nur in den oberen x-Zentimetern des Aufbaus stattfinden, der Rest ist also erstmal Füllstoff, außer es funktioniert dass dort sogar Denitrifikation stattfindet.
Die Pumpen oder Luftheber würde ich nur in geschlitzte Rohre oder eine andere Form von "Revisionsschacht" einsetzen, damit man sie entnehmen und wieder einbauen kann, wenn mal was sein sollte, ohne dabei gleich hunderte Liter Lava rumschaufeln zu müssen und sich die Einrichtung dabei zu zerlegen.
Ich finde die Idee der Filterung ziemlich spannend und den damit möglichen Aufbau von Uferbereichen im AQ sehr cool, habe schon oft darüber nachgedacht wie man sowas sinnvoll und attraktiv umsetzen könnte, bin aber nie auf Lava gekommen. Mir stellt sich aber alles in allem die Frage, ob das dauerhaft funktioniert mit dem Filter und dem möglicherweise freiliegenden Granulat, denn mir geht es immer darum, dass solche Systeme auch dauerhaft funktionieren bzw. unterhaltbar sind. Nicht, dass man wahnsinnig viel Zeit, Herzblut und Geld in so ein Projekt steckt und es dann nach wenigen Jahren Probleme bekommt.
Jetzt noch etwas Spinnerei meinerseits:
Bei den Dimensionen vom Becken fände ich die Darstellung von Prallhang und Gleithang super spannend, also quasi einen Seite mit Übervegetation und dichtem Wurzel- bzw. Astwerk und eine Seite mit "Sandbank" mit wenig bis keinen Strukturelementen. Je nachdem wie man es aufbaut könnte msn ja auch dort in beiden Seiten, so denn gewollt oder nötig Filter einbauen.
Viele Grüße und viel Erfolg mit dem Projekt
Felix