Lebenfutter: Essigälchen richtig Ansetzen und Vermehren

  • Hi,


    ich kann auch eine Essigälchenzucht (sind ja eigentlich auch "Mikro"-Würmer) empfehlen.


    Essigälchen sind kleiner als die Mikrowürmer und für kleine Fischlarven gut geeignet. Außerden bleiben die Tiere im Wasser länger am Leben und schwimmen auch länger im Freiwasser umher, so daß das Futter freischwimmenden Larven länger zur Verfügung steht.


    Die Zucht wird in 1-Liter-Flaschen (Plastik oder Glas ist egal) gehalten.


    Die Würmer leben in einer Lösung aus 50% Wasser, 50% Obstessig (in meinem Fall trüber Bio-Apfelessig), ein bis zwei Teelöffel Zucker und etwas Hefe.


    Die Lösung wird einfach in die Flasche gefüllt und mit einem Würmeransatz angeimpft. Den Deckel bitte nicht zudrehen, da die Lösung durch den Zucker- und Hefezusatz gärt und es sich so ein Überdruck in der Flasche bildet.


    Einige Tage später krabbeln die ersten Würmer an der Innenwand der Flasche hoch und können mit einem Wattestäbchen oder mit einem Finger (wenn er dünn und lang genug ist) entnommen werden. Man kann auch mit einem Luftschlauch und einer Einwegspritze etwas von der oberen Wasserschicht abziehen und diese entweder durch eine Kaffeefiltertüte laufen lassen oder auf sonstigen Weg aus dem Essigwasser entfernen/filtern. Das Essigwasser sollte nicht in das Wasser mit den Jungfischen gelangen sondern sollte wieder in die Flasche zurückgegeben werden.


    Ab und zu sollte man die Flasche / die Flaschen mal durchschütteln, um den Bodensatz aufzuwirbeln.


    Auch diese Art von Lebendfutterzucht ist sehr einfach und pflegeleicht, allerdings kann es durch mangelnde Pflege des Ansatzes sehr "geruchsintensiv" werden um nicht zu sagen es kann ganz gewaltig stinken.


    Allerdings tritt dies erst nach einiger Zeit ein und auch nicht plötzlich, so daß man Zeit hat, den Ansatz zu erneuern.



    Grüße aus Mainz!


    Mario

  • Hallo an alle!


    Ich bitte euch in diesem Thema eine Beschreibung und gerne auch Bilder eurer Essigälchen Futterzucht zu geben. Ist es wirklich mit viel "Aufwand" verbunden? Welcher Pflegeaufwand ist nötig. Wie groß ist die Ausbeute und steht das Futter immer zur Verfügung...usw.?

  • Hallo Leute,


    also ich hab mit Essigälchen komplett andere Erfahrungen gemacht wie Mario.


    Bei mir sind die Viecher nicht an der Innenseite der Flasche hochgekrochen, sondern haben sich in Wolken im oberen Bereich des Wassers aufgehalten.


    Die meisten Essigälchen waren so klein, dass sie durch einen Kaffeefilter flutschten. Ich hab die immer so entnommen: Ich hab ein 5 cm langes Stück Luftschlauch dicht mit Filterwatte verstopft. Dann das Schlauchstück auf eine Spritze gesteckt und Wasser aus dem Zuchtansatz durch die Filterwatte in die Spritze gezogen. Die Essigälchen bleiben in der Watte hängen. Anschließend den Schlauch wieder abnehmen und das Essigwasser zurück in die Flasche spritzen. Schlauchstück umgedreht auf die leere Spritze stecken und diese mit klarem sauberen Wasser aufziehen. Die Essigälchen werden aus der Watte gemeinsam mit dem sauberen Wasser in die Spritze gespült und können direkt ins Fischzuchtbecken gegeben werden.


    Bei mir haben die Zuchtansätze keinen Gestank entwickelt und ich musste die Älchen auch nie neu ansetzen. Ich hab allerdings auch nie den Bodensatz aufgewirbelt.


    Der Pflegeaufwand ist praktisch gleich NULL. Bei mir liefen die Flaschen 3 Jahre, ohne dass ich irgendwas gemacht hab, außer hin und wieder das verdunstete Essigwasser nachgefüllt.


    Wenn man mal kurzfristig mehr Älchen haben will, einfach den Zuckergehalt etwas erhöhen. Dann setzt eine explosionsartige Vermehrung ein.


    Gruß
    Martin



    Vorteile: Kein Pflegeaufwand, niedrige Kosten, sehr ergiebig
    Nachteile: Manche Fische scheiden die Essigälchen unverdaut wieder aus

  • Hallo,


    ich halte meine Essigäälchen in Reagenzgläsern mit etwa 3 cm Durchmesser und 20 cm Höhe.
    Die untere Hälfte wird mit der schon beschriebenen Essig-Wasserlösung versetzt mit Essigäälchen gefüllt.
    In die Mitte kommt eine 1-2 cm Schicht Filterwatte und oben drauf kommt dann vorsichtig etwas reines Wasser.
    Die Essigäälchen wandern durch die Filterwatte in das normale Wasser und können dort mittels Pipette entnommen werden.
    Die Flüssigkeit mit den Essigäälchen gebe ich direkt in die Becken zum Füttern der Jungfische.
    Ich habe mir ein kleines Gestell gebaut, in dem 5 dieser Reagenzgläser stehen.
    Ab und an muß das entnommene oder verdunstete Wasser ergänzt werden, mehr Pflegeaufwand betreibe ich seit über einem Jahr nicht.
    Als Reserve habe ich auch noch eine 1 Liter Flasche am Laufen, für den Fall das ich mal einen Ansatz weitergeben will oder einen erneuern muß.
    Bislang habe ich junge Perlhuhnbärblinge und Regenbogen-Elritzen sowie Kap Lopez Killis damit angefüttert.


    Gruß
    Ralf

  • Hallo


    Bei Essig aber auf die Prozentzahl kucken . 3-5 % -igen Apfelessig mit Wasser 1:1 mischen .Den Ansatz in einem einfachen Glas ohne direkte Sonne hinstellen .Zum Anfang nur ein paar Krümel Zucker ins Glas geben .Wenn Du mehr brauchst ,dann nimm Traubenzucker ! Ich hatte die direkt aus dem Glas mit einer üblichen Einwegsprtze gezogen und ins Becken gegeben .Das ganze hat ohne Hefe gut geklappt.Und halten sich wie geschrieben ewig wenn man dran denkt ,sonst wird´s trocken 8| !!



    Gruß Jörg

  • Hallo,


    ich züchte in 50:50 Essig zu Apfelsaft. Weisswein-, Apfelessig, eigentlich egal.
    Ich nehme 1,5-2 l Plastikflaschen, fülle diese bis ca. 6-8 cm unter dem Verschlußgewinde.
    Nach ein paar Tagen kriechen sie ca. 1-2 cm aus dem Gemisch, dann entnehme ich sie mit einer Zahnbürste und gebe sie direkt ins Aquarium.
    Wenn sich die Älchen vermehren, das sieht man wenn sie aus der Flüssigkeit kommen, füttere ich wöchentlich ein Stück Würfelzucker.
    Manche Flaschen laufen schon ein halbes Jahr. Ab und zu mal einen neuen Ansatz machen.
    Bei mir laufen immer so 15 Flaschen.


    Gruß,
    Boris

  • Hallo,


    ich habe noch vergessen zu sagen, dass ich ein bischen Trockenhefe - nur ein paar Krümel - beim Neuansatz der Kultur, dazugebe. Der Deckel der Flaschen wird lediglich aufgelegt und nie fest verschlossen. Die Flaschen stehen im Zuchtraum - Temperatur 25°C.


    MfG,
    Boris