Flaggenbuntbarsche Vergesellschaftung mit Skalaren

  • Hallo zusammen,


    ich bin 2017 nach mehr als 8 Jahren Pause wieder in die Aquaristik eingestiegen.


    Da mich als Kind schon Skalare und vor allem der Flaggenbuntbarsch (Tippe auf Mesonauta Isignis) sehr interessiert haben, aber ich nie die Möglichkeit hatte diese zu pflegen, habe ich mir ein 672 Liter Becken zugelegt, in welchem aktuell ein Pärchen Flaggenbuntbarsche beheimatet ist. Das Becken hat die Maße 160x60x70


    Hier noch eine kurze Vorgeschichte damit Ihr mein aktuelles Problem gut nachvollziehen könnt (Hoffe das "Du" ist in Ordnung):


    Das Becken habe ich übernommen mit 4 Skalaren, 5 Netzpinselalgenfressern (Die waren nicht eingeplant in meiner Beckenplanung) sowie 6 Rückenschwimmerkongos die in dem Becken beheimatet waren.

    Die Skalare machten einen relativen fitten Eindruck trotz zu kleiner Filterung im Becken und sehr hartem Wasser. Also wurde das Becken transportier und eingerichtet. Eine großen Wurzel, Soil als Bodengrund sowie eine Torffilterung wurde eingesetzt. Da das Becken zu dem Zeitpunkt vom Besatz etwas anders war als ich gedacht habe, wollte ich ein paar Fische dazusetzen, welche ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Der einzige Fisch der eigentlich nicht aus Südamerika stammt aber ins Becken sollte, waren 5 Prachtschmerlen. Da diese sehr groß und alt werden können, habe ich bereits geplant, dass Becken nach unserem zweiten Kind spätestens 2023 durch ein 1200 Liter Becken auszutauschen, hier laufen aktuell auch schon Gespräche mit einem Statiker.


    Das Becken wurde dann mit folgendem Besatz erweitert:


    20 schwarze Neons

    20 Rotkopfsalmler

    20 Schmucksalmler

    10 Metallpanzerwelse

    2x L66

    2x Flaggenbuntbarsche


    Nachdem ich das Becken mit Pflanzen umstrukturiert hatte (vorher waren nur Steine im Becken), fingen die Skalare an Reviere zu bilden. Die Flaggenbuntbarsche wurden jedoch weder belästigt noch gejagt. Inzwischen sind wir erneut umgezogen, sodass mir leider beim Transport durch den Stress zwei Skalare eingegangen sind. Da ich mit dem Torf und dem Soil immer gewissen Schwankungen bei den Wasserwerten hatte, betreibe ich das Becken nur noch mit Osmosewasser, welches ich auf einen Leitwert von 200 bis 250 Mikrosiemens aufsalze. Bisher läuft das Becken sehr gut. Ich konnte bereits alle meine Salmler bei der Eiablage beobachten. Vor allem die schwarzen Neons laichen in der Woche mindestens zwei mal. Die Männer jagen im dreier Pack die Weibchen durchs Becken. Hier bin ich schon am überlegen ein Zuchtbecken aufzusetzen.


    Die Flaggenbuntbarsche sind inzwischen 2 Jahre alt und zirka 15 bis 20 cm groß. Von meinem zwei Skalaren die übrig geblieben sind ist einer leider krankheitsbedingt eingegangen. Daher wollte ich dem übrig gebliebenen Weibchen einen weiteren Bock ins Becken setzen.

    Und hier kommt meine Frage, da ich gerne sicherstellen möchte, dass ich meine Flaggenbuntbarsche verstehe:


    Ich habe einen 15 cm großen Pterophyllum scalare nach 4 Stunden Wasserangleichen, vorangehender Fütterung, ausgeschalt enden Licht sowie einer leichten Umstrukturierung des Beckens, dazugesetzt. Der zweite Skalar ist dazu gekommen und außer einem leichten gepicke zwischen den beiden ist nichts passiert. Am nächsten morgen dann die schlechte Nachricht:


    Der weibliche Flaggenbuntbarsch hatte den Skalar so gejagt und verletzt, dass er mir zwei Stunden später eingegangen ist.


    Das verhalten hat mich sehr gewundert, da ich in dem Buch von Thomas Weidner gelesen habe, dass Flaggenbuntbarsche ihr Revier verteidigen, jedoch habe ich nicht so ein aggressives Verhalten erwartet. Das Paar ist zwar harmonisch, jedoch kommt es immer kurz vor der Eiablage zu Unstimmigkeiten. Männchen und Weibchen um schwimmen sich, fangen an wie wild zu zittern und anschließend putzen die beiden dann ein oder zwei Stellen im Aquarium. Das Weibchen geht zur Ablage der Eier in Position (Der Darm? ist dann deutlich sichtbar und zirka 2 cm lang) und in dem Moment kommt das Männchen und beißt Sie meistens von der Seite, sodass Sie wieder abbricht.


    Da ich ungerne Sachen falsch mache und versuche stetig meine Haltung zu verbessern, wollte ich Eure Meinung einholen, was ich jetzt machen soll? Becken umstrukturieren und einen neuen Versuch starten, oder den verbliebenden Skalar abgeben.


    Hier noch allgemeine Parameter vom Becken sowie ein paar Bilder:


    Der PH sollte rechnerisch bei 5,9 bis 6 liegen (Betreibe das Becken mit Co2)

    KH 0-1

    GH 3-4

    Temperatur 26,5-27.0 Grad

    Wöchentliche Zugabe von humid Liquid, daher hat das Wasser eine leichte braune Färbung.


    Das eine Bild mit den Anubias auf den Wurzeln, ist das Becken direkt nach dem Umzug. Das Bild wo das Becken auf beiden Seiten zugewuchert ist, habe ich letzte Woche vor der Neustrukturierung aufgenommen. Das Bild wo nur eine Seite zugewuchert ist, habe ich gestern aufgenommen, da ich den Bodengrund vor 5 Tagen auf der linken Seite gewechselt habe.


    Danke im Voraus für Eure Hilfe!


    Mit freundlichen Grüßen Martin

  • Moin Martin,

    und erst einmal ein Herzliches Willkommen bei uns im Forum. Dein Anfangsthread ist ja schon mal ganz schön umfangreich. Ja, bei den Flaggen handelt es sich um M. insignis, eigentlich eine verträgliche Art. Bei Cichliden besteht manchmal das Problem, dass bei geringem Besatz ein Mitinsasse zum "Prügelknabe " auserkoren wird. Dann wird sich auch voll und ganz auf diesen konzentriert. Am schlimmsten wird es, wenn sich dann andere Cichliden auch noch daran beteiligen. Dein Aquarium ist m.E. zu wenig strukturiert, es gibt kaum eine Rückzugsmöglichkeit für Unterlegene. Bei ebenbürtigen Cichlidenpaaren schaffe ich Reviergrenzen (z.B. Wurzel quer platziert) dies stellt dann die Reviergrenze dar. Bis dahin und nicht weiter gilt dann für Beide. Bei deiner Konstellation würde ich beide Seiten mit hochwachsenden Pflanzen versehen, auf einer Seite noch eine Wurzel hochkant. Bild 1 ist sieht schon mal nicht schlecht aus, aber beide Arten bevorzugen die mittlere, eher obere Wasserschicht, und haben dort ständigen Sichtkontakt.

    Beste Grüße von Mathias

  • Moin Mathias,


    danke für deine schnelle Rückmeldung. Als das Becken im Keller Stand, hatte ich riesige Schwertpflanzen hinten im Becken, die aus Reviertrennung dienten. Habe aber nicht gedacht, dass die fehlenden Pflanzen so eine Auswirkung auf das Verhalten der Tiere haben. Die Pflanzen die ich jetzt links angepflanzt habe werden 60 bis 70 cm hoch benötigen aber noch etwas Zeit. Ich gehe heute eine weitere Wurzel holen, die ich mittig auf der linken Seite platzieren werde.


    Die Pflanzen die ich links angesetzt habe sind: Pogostemon erectus, Pogostemon Stellata, Rotes Hornkraut sowie zwei Rotala Arten.


    Und sorry für das lange Intro, dachte nur, dass dies eventuell bei der Klärung der Fragen relevant sein könnte.


    Danke für deine schnelle Rückmeldung. Ich werde die Tipps umsetzen und das ganze dann hier Updaten!


    Viele Grüße Martin

  • Moin Mathias,


    ich habe jetzt zwei Wurzeln eingeplant. Die erste habe ich bereits geholt. Sie ist zirka 60 cm hoch und wird jetzt gewässert.


    Die andere bekomme ich von einem Bekannten, sollte aber ebenfalls diese Größe haben. Sie sind Recht lang mit dezenten Seitenäste, damit die Pflanzen noch genug Licht bekommen.


    Die sollten hoffentlich so passen und ihren Zweck erfüllen.


    Viele Grüße Martin

  • Abend zusammen ,


    hier noch ein kurzes Update. Die Wurzel ist bereits im Becken. Für die rechte Seite werde ich ebenfalls eine verwenden und die Pogostemon erectus in den Hintergrund als zusätzliche Reviertrennung verbannen.


    Sobald das erfolgt ist gibt es nochmal ein Update.


    Noch nen schönen Abend und bei weiteren Verbesserungsvorschlägen, einfach raus damit.


    VG Martin

  • Hallo zusammen,


    hier ein kleines Update.



    Ich habe die rechte Seite nun ebenfalls Grunderneuert und einiges an Pflanzen umpositioniert. Die zweite Wurzel sollte ebenfalls für etwas mehr Abgrenzung zwischen den Barschen sorgen.


    Die Pflanzen brauchen noch etwas Zeit zum wachsen, sollten aber in ein bis zwei Wochen die richtige Höhe erreicht haben.


    Hier noch ein paar Bilder.


    Viele Grüße Martin

  • Moin Mathias,


    sorry Buntbarsche 😅. Noch eine Frage in die Runde (Es interessiert mich einfach). Mit welchen Buntbarschen die 8 bis 10 cm groß werden, könnte man in der Theorie die Flaggenbuntbarsche Vergesellschaften. Ich werde mir zwar keine mehr holen, da kein Platz aktuell dafür ist, aber wenn das große Becken irgendwann Mal steht, könnte man sich das durch den Kopf gehen lassen.


    Danke für Eure Hilfe!


    VG Martin

  • Hallo Martin,

    Jetzt muss es wirklich nur noch zuwachsen. 😉

    Mein Cousin hat Flaggenbuntbarsche mit Skalaren und Diskus vergesellschaftet. Sie sind ja außerhalb der laichzeit eher zurückhaltender Natur.

    Bestimmt gehen auch noch andere Kombinationen.

    Liebe Grüße

    Swen

  • Moin Swen,


    danke für die Rückmeldung. Bin ganz zufrieden mit dem Gesamtergebnis. Werde es jetzt langsam angehen lassen. Das Becken ist zwar nicht überfüllt, aber ich bin so mit dem Besatz derzeit ganz zufrieden.


    Ein ein schönes Wochenende!


    VG Martin

  • Hallo Martin,

    Dein Aquarium gefällt mir gut, auch vom Besatz her. :thumbup:

    Ich würde noch die hintere Scheibe durch eine Rückwand dunkel machen. Ich selbst hab in meinem Becken eine

    BTN Slimline verbaut. Bei Dir würde ich eine Folie oder Platte die dunkel gestrichen wurde dahinter stellen oder

    wenn Du Platz hast die hintere Scheibe mit dunkler Farbe streichen. Dann sieht Alles gleich noch viel besser aus.

  • Moin zusammen,


    ich habe Uwes Rat umgesetzt und eine schwarze Hintergrundfolie bestellt. Ich hoffe das diese heute oder morgen kommt und ich dann das Becken hinten bekleben kann.


    Leider bin ich bei unserem Aquaristikhändler des Vertrauens an einem Becken schwach geworden... Dort saßen drei wunderschöne Hypancistrus sp. L4. Ich hatte zudem Glück, ein Bock sowie zwei Weibchen saßen noch im Becken. Also habe ich noch 4 Tonröhren gekauft und diese im Becken platziert.


    Die Skalar Vergesellschaftung habe ich für Ende Juni angesetzt. Bis dahin sollten die Pflanzen wieder kompakt gewachsen sein. Mir wurde zudem geraten zwei bis drei Tiere einzusetzen um ggf. die Aggressionen etwas zu verteilen. Die restlichen Tiere dürfte ich dann wieder zurück bringen, wenn sich ein paar gefunden hat.


    Euch eine angenehme Restwoche!


    VG Martin

  • Moin Swen, danke für die positive Rückmeldung.



    Habe jetzt noch angefangen die Wurzeln zu bepflanzen. Die erste habe ich mit Javafarn ein paar cryptos und pogostemon helferi beklebt.


    Die rechte wird nächste Woche dann angegangen.


    Einzige was mir aktuell zu schaffen macht sind die steigenden Temperaturen. Aktuell heizt sich das Becken tagsüber auf 28.8 bis 29.4 Grad auf. Die Temperaturen gehen zwar noch hoffe aber es wird nicht wärmer. Manche Pflanzen im Becken mögen solche Temperaturen einfach nicht. Die L Welse freut es. Denke auch mein Licht (300 Watt) trägt auch etwas dazu bei.



    VG Martin

  • Abend zusammen,


    Heute sind zwei Skalare eingezogen. Das positive zuerst: Die Flaggenbuntbarsche waren unbeeindruckt und haben bisher keinerlei Aggressionen gezeigt. Das negative: der einzelne Skalar jagt ab und an die beiden durchs Becken , was ich aber als normal bezeichnen würde. Die beiden können sich nun aber hinter diversen Wurzeln zurückziehen. Ich hoffe das dieses Verhalten bald nachlässt und die Revier Trennung dann klar ist. Anbei Bilder von den neuen Mitbewohnern. Morgen kommen dann die letzten beiden Skalare. Ich werde dann beobachten welche Pärchen sich bilden und die restlichen Fische in ein 350 Liter Becken umsetzen.


    VG Martin